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Hotel und Palais Strudlhof verkauft

Tiroler Vision Estate kauft in Wien, deutsche Pegasus finanziert:

Autor: Gerhard Rodler

Der Innsbrucker Projektentwickler Vision Estate hat in einem Paket-Ankauf das historische Palais Strudlhof sowie das angrenzende Hotel Strudlhof im 9. Wiener Bezirk erworben. Die beiden Grundstücke in der Pasteurgasse 1 und in der Strudlhofgasse 10 verfügen über eine Gesamtgrundstücksfläche von rund 5.500 m². Über den Verkäufer und den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Das Palais Strudlhof steht auf einem knapp 3.200 m² großen Grundstück und verfügt über eine vermietbare Bruttogeschossfläche von rund 1.600 m². Das benachbarte Hotel Strudlhof wurde 1975 errichtet und weist eine vermietbare Bruttogeschossfläche von etwa 5.800 m² aus.

Die Immobilie hat eine bewegte Vergangenheit. Sie beginnt im Jahr 1690, als das Gebäude von Bildhauer und Maler Peter von Strudl errichtet wird. Nach zahlreichen Besitzerwechseln und zwischenzeitlichem Abriss wurde das Palais Ende des 18. Jahrhunderts im neoklassizistischen Stil rekonstruiert. 1905 erwarb Leopold Graf Berchthold das Objekt. Im Jahr 1914 formulierte und unterzeichnete von Berchthold im Beisein seiner Minister das weltbekannte Ultimatum an Serbien. Ein Dokument, das vielen heute noch als Auslöser für den ersten Weltkrieg gilt. Auch nach den Wirrungen der Weltkriege hatte das Palais Strudlhof historische Relevanz. 1970 fanden hier die Abrüstungsgespräche zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und der damaligen UdSSR statt (SALT I). Es folgten ruhigere Zeiten für das Palais Strudlhof: Von 1986 bis 1999 war es Sitz der Botschaft Katars. Zwischen 1999 und 2001 erfolge dann eine Generalsanierung. Seitdem nutzt das benachbarte Hotel das Gebäude als Konferenz- und Veranstaltungsfläche. Das Mezzaninkapital dafür kommt von der deutschen Pegasus, einem inhabergeführter, mittelständischer Funding- und Investmentmanager - eigentlich mit Fokus auf die deutschen Metropolregionen.