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Hotelmarkt im Allzeithoch

Rekordwerte auch in Deutschland

Autor: Gerhard Rodler aus Cannes

Deutschlands Hotelimmobilien schlagen - neuerlich - alle Rekorde. In seiner aktuellen Studie hat Hotelimmobilienberater Christie & Co den Hotelmarkt in sechs bedeutenden deutschen Städten untersucht. Laut STR Global, einem Dienstleister im Bereich Hotelbenchmarking, konnte der RevPAR (Anm.: Revenue per available room – zu deutsch: Erlös pro verfügbarer Zimmerkapazität) für Deutschland insgesamt 2015 im Vergleich zum Vorjahr um 6,5 Prozent gesteigert werden. Das ist weit mehr als das deutschlandweite BIP-Wachstum, welches mit 1,7 Prozent zu Buche schlug. Die meisten größeren Städte konnten ihre Performance steigern und mehrere tausend neue Hotelzimmer sind für die kommenden drei Jahre in der Pipeline. Die Transaktions- und Developmentaktivitäten der letzten Monate lassen zudem darauf schließen, dass sowohl Investoren als auch Projektentwickler nicht mehr nur ausschließlich A-Standorte, sondern verstärkt auch B-Standorte avisieren, sofern sie ins Konzept passen.

Der Löwenanteil der Zimmer im Berliner Hotelmarkt ist einer Marke angeschlossen, wobei die Mehrzahl der Betriebe im Budget-Segment angesiedelt ist. Trotz des starken Angebotszuwachses erfreut sich der Beherbergungsmarkt der Bundeshauptstadt steigender Nachfrage, zumal sie eine gesunde Mischung aus Geschäfts- und Freizeitreisenden anzieht. Im Jahr 2015 betrug die Auslastungsrate 76 Prozent. Viele neue Hotels sind in der Pipeline; allein Motel One will das Angebot in Berlin bis 2017 um knapp 1.300 Zimmer erweitern In München hingegen ist rund die Hälfte des Hotelangebots dem oberen mittleren und dem gehobenen Segment zuzuordnen, wobei circa 65 Prozent der Hotels insgesamt einer Marke angehören. Die bayerische Landeshauptstadt verzeichnet ebenfalls einen Angebotszuwachs und circa 30 neue Hotels oder Erweiterungen sind noch in der Pipeline. Bis 2017 sollen noch weitere 7.700 Betten hinzukommen. Der Hotelmarkt in Frankfurt am Main wird zwar vom Budget- und mittleren Segment dominiert – wobei die Mehrzahl der Hotels einer Marke angehört –, erzielt aber mit 127 Euro die höchste Zimmerrate unter den analysierten Städten. Als Finanzmetropole mit über 70 Prozent der Besucher aus dem Geschäfts- und MICE-Segment erfreute sich Frankfurt in den vergangenen Jahren eines starken Wachstums und erreichte 2015 eine Auslastung von 70 Prozent sowie einen RevPAR von 88 Euro.

Auch in Hamburg ist das Gros der Hotelbetten einer Marke zuzuordnen. Ähnlich wie in Frankfurt dominieren auch hier das Budgetsegment sowie die mittlere Kategorie. Bis 2017 sollen Hotels mit zusätzlich 4.000 Zimmern auf den Markt kommen, darunter das The Fontenay sowie das Westin Elbphilharmonie.