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Hotelbauboom in Polen

Steigendes Interesse europäischer Investoren

Autor: Gerhard Rodler

„Wachsende Touristenströme und die Verbesserung der Produktivität von Hotels in einigen Märkten ermutigten Investoren zum Bau neuer Hotels”, sagt Adam Konieczny, Country Head Poland bei Christie + Co.

„In den großen Städten wie Warschau, Krakau sowie der so genannten Dreistadt um Danzig, Gdingen und Zoppot gibt es einen regelrechten Hotel-Bauboom”, konstatiert Konieczny. „Während Orbis mit seinen Accor-Marken das am schnellsten wachsende Unternehmen im Franchise-Bereich ist, hat Hilton bei neuen Hotelentwicklungen nach wie vor die Nase vorn”, fügt er hinzu. Das bedeutendste Beispiel ist das Hampton by Hilton im Herzen Warschaus − mit 300 Zimmern das größte Europas − bei dem Christie + Co den Käufer im Rahmen der Ankaufsprüfung beriet.

Trotz starken Angebotszuwachses hält er den polnischen Hotelmarkt noch nicht für übersättigt. „Die meisten Betriebe, die neu eröffnet wurden oder sich in der Pipeline befinden, sind entweder Drei-Sterne-Hotels oder im oberen Segment angesiedelt. Mit Ausnahme von Motel One und B&B sind die Expansionspläne im Budgetsektor eher begrenzt. Dort sehe ich noch hohes Potential, vor allem in den bedeutenden Städten. Ein weiterer wachsender Trend sind ‚Medical Spas‘.Denn im Vergleich zu Westeuropa hat Polen hier sehr konkurrenzfähige Preise bei einer gleichzeitig hohen Qualität von medizinischen Dienstleistungen. Die Hotels können von der neuen Richtlinie zur grenzüberschreitenden Gesundheitsversorgung in der EU profitieren, laut derer sich EU-Bürger überall in der Europäischen Union behandeln lassen können,” erklärt er.

Aber Konieczny beobachtet auch ein steigendes Interesse seitens bedeutender europäischer Investoren an bereits bestehenden Immobilien. „Deutsche, französische, britische und amerikanische Unternehmen suchen aktiv nach Kaufobjekten, nicht nur in Warschau und Krakau, sondern auch in Breslau und Danzig”, stellt er fest.