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Hotels wieder im Kommen

Starkes Wachstum bei Hotel-Investments im ersten Halbjahr

Autor: Gerhard Rodler

Rechtzeitig zur in der nächsten Woche beginnenden Mapic in Cannes – der weltweit größten Messe für Retail- und Hotelimmobilien – liegt jetzt eine aktuelle Analyse über die Wirtschaftsaussichten für Hotelinvestments vor. An den fünf wichtigsten Tourismuszielen wurden in den ersten sechs Monaten dieses Jahres insgesamt mehr als 4,5 Milliarden Euro investiert, eine deutliche Steigerung um 54 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Wie bei anderen Immobilienarten gilt auch im Hotelsegment das Hauptinteresse der Investoren den Premiumobjekten. Dabei präsentiert sich der Investmentmarkt nach wie vor zweigeteilt mit qualitativ hochwertigen Objekten in den Hauptreisezielen auf der einen und kaum nachgefragten Häusern mit schwacher Performance auf der anderen Seite. Den europäischen Markt für Hotel-Investments dominiert weiterhin Großbritannien, wo sich die Investitionen im ersten Halbjahr 2013 auf 1,9 Milliarden Euro summierten – 23 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Insbesondere London gilt als sicherer Hafen mit starker Performance.

In Frankreich belief sich das Hotel-Investitionsvolumen in der ersten Jahreshälfte 2013 auf 1,3 Milliarden Euro, eine Steigerung um 119 Prozent im Vorjahresvergleich. Der starke Anstieg resultiert hauptsächlich aus dem Verkauf von Trophy Assets wie dem Mandarin Oriental und dem Verkauf eines Portfolios mit vier Concorde-Luxus-Hotels im ersten Quartal. Wesentliche Akteure in der französischen Hauptstadt sind nach wie vor Staatsfonds wie das Emirat Katar. Deutschland verzeichnete zwischen dem ersten Halbjahr 2012 und dem ersten Halbjahr 2013 einen ähnlich signifikanten Zuwachs. Hier legte das Investitionsvolumen um 121 Prozent auf knapp 800 Millionen Euro zu. Dies ist hauptsächlich auf den Verkauf des Queens Moat Houses-Portfolios (20 Hotels für etwa 300 Mio. €) im ersten Quartal zurückzuführen.

In Italien trug ungeachtet eines Rückgangs im Vergleich zum Vorjahreszeitraum der Verkauf von Prestigeobjekten im Sommer dazu bei, dass sich der für das laufende Jahr beobachtete Trend zur Markterholung verfestigte. In Spanien deutet sich aufgrund von Verbesserungen - sowohl bei der allgemeinen wirtschaftlichen Lage, als auch im Hotel-Segment - ein positiver Jahresabschluss an: 2013 wird die Abwärtsspirale der vergangenen fünf Jahre enden. Die Ergebnisse von 2012 dürften angesichts der derzeitigen Investment-Aktivitäten und der verbesserten Finanzierungsmöglichkeiten übertroffen werden. Hotelbetreiber verfolgen nach wie vor die Strategie, sich von Anlagevermögen zu trennen, um zusätzliches Kapital für die Rückzahlung von Krediten locker zu machen. Daher wird ihr Anteil am Gesamtvolumen steigen.

Dem Marktforschungsunternehmen MKG Hospitality zufolge verzeichneten die Hotels in den wichtigsten Ländern Westeuropas Ende Juni 2013 eine unvermindert starke Nachfrage mit einem stabilen Aufwärtstrend ab April. Viele europäische Länder vermeldeten für die erste Jahreshälfte leichte Zuwächse bei der Belegungsrate oder dem durchschnittlichen Zimmerpreis.

Im zweiten Halbjahr 2013 dürfte das operative Ergebnis relativ stabil bleiben. Zwar wird es nach wie vor Diskrepanzen zwischen einzelnen Märkten geben. Dennoch sollten die Hauptreiseziele auch weiterhin (leichte) Zuwächse im RevPAR (revenue per available room – Erlöse pro verfügbarem Zimmer) verzeichnen. Die kürzlich veröffentlichten. Ergebnisse für Juli zeigen, dass in London der befürchtete Einbruch ausgeblieben ist und die Hotels in Barcelona dank der Schwimm-WM wieder im Aufwind sind.