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Weniger ZV-Termine

Könnte sich ins Gegenteil verkehren

Autor: Gerhard Rodler

Bis vor wenigen Jahren waren gerichtliche Zwangsversteigerungen von Liegenschaften eine gute Gelegenheit relativ günstig zu Bauträger- oder Investmentliegenschaften zu kommen. Das scheint mehr und mehr der Vergangenheit anzugehören: Die Zwangsversteigerungen von Liegenschaften stagnieren praktisch: Die Erlöse auf hohem Niveau, die Anzahl der ZV-Termine auf niedrigem Niveau. Damit sind der regelmäßige Anstieg der durchschnittlichen Erlöse sowie der oft deutliche Rückgang der anberaumten Termine in den letzten 5 Jahren zumindest vorerst gestoppt.

Möglicherweise könnte sich das 2020 aber wieder ins Gegenteil verkehren. Denn die Corona-Krise hat auf den ZV-Index 2019 noch keinen Einfluss ausüben können. Die Auswirkungen der Pandemie auf die Zwangsversteigerungen des Jahrs 2020 sind aus heutiger Sicht noch schwer abzuschätzen: Zwar ist im 2. Quartal 2020 die Anzahl der ZV-Termine aufgrund des Lock-Downs deutlich eingebrochen, es lässt sich aber noch nicht erkennen, ob es zu einem Nachzugseffekt im 4. Quartal sowie gegebenenfalls auch noch 2021 kommen wird. Die Erlöse bewegen sich derzeit nach wie vor auf dem Niveau der letzten beiden Jahre.

Der SmartFacts-ZV-Index beschreibt die Veränderung der bei der Zwangsversteigerung von Liegenschaften in Österreich erzielten Erlöse (erster Wert) sowie der Anzahl der anberaumten Termine (zweiter Wert). Als Referenz dienen dabei jeweils definierte Durchschnittswerte.

Seit über 10 Jahren verfolgt SmartFacts Data Services GmbH regelmäßig den Gesamtmarkt der zur Versteigerung anberaumten Liegenschaften, von den zugrundeliegenden Objektbewertungen über die Anzahl der anberaumten Versteigerungstermine bis zum erzielten Verwertungserlös und der Verwertungsdauer.

Grundlage dieses Berichts sind die in der SmartFacts-Datenbank lückenlos seit September 2007 erfassten Informationen zu allen Zwangsversteigerungsobjekten in Österreich, deren Bewertungen mit Verkehrswertgutachten, Schätzwerten und Erlös- und Erfolgsquoten sowie Detailinformationen zu den betreibenden Gläubigern.