Immobilien Magazin

Immo-Preise erreichen langsam Plafond

Die Preisrallye für Immobilien in Europa geht langsam aber sicher dem Ende zu. Ein Zeichen dafür, dass Investoren zunehmend langfristig investieren.

Autor: Charles Steiner

Die Zeit der massiven Preissprünge ist offenbar kurz vor dem Ende. Einem aktuellen Research vom Immo-Investmentmanager Catella zufolge werden in einer deutlichen Mehrzahl der europäischen Märkte keine weiteren Preissteigerungen erwartet. Für Thomas Beyerle, Head of Group Research bei Catella ein Anzeichen dafür, dass die Investoren jetzt längerfristige Strategien fahren: „In den Erwartungen an eine tendenzielle Preisberuhigung in Europa spiegelt sich eine sehr rationale Investorenperspektive wider, die vor allem den mittel- bis langfristigen Exit-Zeitpunkt bei Investitionen, die heute getätigt werden im Blick hat.“ Auch seien vermeintliche politische Unsicherheiten - Brexit, Handelsstreit mit den USA, Russlands Streben zur Weltmacht, etc. - und damit verbundene Risiken in den Werten eingepreist worden.

Deutlich zu beobachten ist der Abbruch der Preisdynamik bei Einzelhandelsimmobilien, wohingegen lediglich bei Büroimmobilien nach wie vor Kauflaune herrscht. Allerdings seien die Renditen in den 26 gemessenen europäischen Standorten - auch in Wien - stabil, nur in Helsinki, Paris, Berlin, Frankfurt, München, dem Baltikum, Luxemburg und Oslo sind sie weiterhin unter Druck; die Investoren befinden sich dort immer noch im Kaufmodus. Bei Einzelhandelsimmobilien, merkt Catella an, gebe es bei den Investitionen eine strukturelle Verlagerung von Investitionen in Richtung Logistikobjekte. Zudem hätten viele Investoren das Thema E-Commerce bereits beim Kauf von Retail-Objekten eingepreist.

Dennoch: Auch beim Logistiksegment (hier wurden Cluster gemessen) bleiben die Spitzenrenditen bis Ende des Jahres stabil. Allerdings werden etwa in Wien fallende Renditen erwartet - ein starkes Indiz dafür, dass die österreichische Bundeshauptstadt in puncto Logistik aus Investorensicht immer interessanter wird. Auch in ganz Deutschland gibt es diesbezüglich noch Bewegung wie auch in Rom, Mailand, Amsterdam, Lissabon, Barcelona und Zürich.

In Österreich liegen die Spitzenrenditen für Büroimmobilien laut Catella bei 3,7 Prozent, für Highstreet-Retailimmobilien bei drei Prozent und im Logistiksektor bei sechs Prozent. Die europaweiten geringsten Yields bei Büroimmobilien wurden in Berlin (2,9 Prozent) und in München (2,95 Prozent) gemessen, im Retail-Sektor (Highstreet) werden diese Werte von den italienischen Städten Rom und Mailand mit jeweils 2,7 Prozent deutlich unterboten.