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Immobilienfonds setzen stärker auf Büroobjekte

Wohnimmobilienmarkt nicht mehr so nachgefragt

Autor: Gerhard Rodler

In den Jahren 2011 und 2012 investierten geschlossene Immobilienfonds verstärkt in Wohnimmobilien. Dieser Trend setzte sich 2013 allerdings nicht fort. Stattdessen stieg der Anteil von Büro- und Einzelhandelsimmobilien am Emissionsvolumen deutlich an.

Im vergangenen Jahr betrug der Anteil der Büroimmobilienfonds am gesamten Emissionsvolumen geschlossener Immobilienfonds rund 47 Prozent. Zum Vergleich: 2012 waren es nur 31 Prozent.

Auch die Nutzungsart Einzelhandel konnte 2013 den Anteil am Emissionsvolumen steigern – von 7 Prozent im Jahr 2012 auf 17 Prozent im vergangenen Jahr.

Einen ebenfalls deutlich gestiegenen Anteil am Emissionsvolumen verzeichnete die Ratingagentur Scope bei gemischt genutzten Immobilienportfolios. Der Anteil dieser Fonds am emittierten Eigenkapital versechsfachte sich 2013 gegenüber dem Vorjahr – von 4 Prozent auf 24 Prozent. Der starke Anstieg ist jedoch im Wesentlichen auf nur einen großen Fonds des Anbieters Jamestown zurückzuführen, der in Einzelhandels-, Büro- und Mietwohnobjekte in den USA investiert.

Einen deutlichen Rückgang registrierte Scope hingegen bei Wohnimmobilienfonds. Nach dem Rekordjahr 2012 mit einem Anteil von 19 Prozent betrug der Anteil am Emissionsvolumen im Jahr 2013 nur noch 1 Prozent. Ein wesentlicher Grund dafür ist das deutlich gestiegene Preisniveau auf dem deutschen Wohnimmobilienmarkt. Attraktive Fondsrenditen lassen sich derzeit nur schwer darstellen.

Auch bei „sonstigen“ Immobilienfonds gab es einen starken Abwärtstrend. Diese Kategorie umfasst vor allem Zweitmarkt-, Projektentwicklungsfonds sowie Fonds, die in Nutzungsarten wie Hotel-, Pflege- und Spezialimmobilien investieren. Der Anteil dieser Gruppe am Emissionsvolumen lag 2013 nur noch bei 10 Prozent - im Vorjahr waren es noch 38 Prozent.

Ausblick: Für das Jahr 2014 erwartet Scope eine Fortsetzung des Trends hin zu einer klassischen Verteilung der Nutzungsarten bei geschlossenen Immobilienfonds. Das heißt, Investments in Büroimmobilien werden den Markt dominieren – gefolgt von Einzelhandelsobjekten. Für Nischen-Segmente, die in den Jahren vor 2013 zum Teil außergewöhnlich hohe Anteile am Emissionsvolumen hatten, erwartet Scope wieder sinkende Anteile. Davon ausgenommen sind jedoch Logistikimmobilien. Bei dieser Nutzungsart erwartet Scope in diesem Jahr steigende Emissionsaktivitäten.