Immobilien Magazin

Immobilienring feiert 10. Jubiläum

Das österreichische Maklernetzwerk ist heuer 10 Jahre alt geworden. Mittlerweile sind bundesweit über 60 Maklerkanzleien darin organisiert.

Autor: Charles Steiner

Die Stärkung der heimischen Maklerbranche: Das war das Ziel, das 2007 bei der Gründung des Immobilienrings gesetzt wurde. Heuer feiert man Jubiläum - bei einer Pressekonferenz in der Kanzlei Spiegelfeld zog man über die Dekade Resümee und blickt in die Zukunft.

Präsident Georg Spiegelfeld: „In den letzten zehn Jahren ist besonders beim Thema Wohnimmobilien kein Stein auf dem anderen geblieben. Daher ist uns Qualität und Transparenz wichtig. Es gab damals doch einige schwarze Schafe, die sind heute deutlich weniger. Das hängt auch von der Ausbildung ab. Früher reichte die Konzession, jetzt geht die Ausbildung sogar in den universitären Bereich.“ Das Ergebnis: „Die Qualität ist deutlich gestiegen, zudem arbeiten die Absolventen äußerst professionell. Das verändert das vormals negative Bild der Branche nachhaltig zum positiven hin“, sagt Spiegelfeld vor Journalisten. Der Gründung des Immobilienrings war auch als Antwort eines europäischen Trends, wonach internationale Makler nach Österreich drängten. Ein bewusster Gegenpol zu internationalen Netzwerken vor dem Hintergrund, dass die meisten österreichischen Makler kleinteilig sind.

Zum Bestellerprinzip merkte Spiegelfeld an, dass in Deutschland, wo es bereits eingeführt wurde, der deutsche Wohnungsmarkt um ein Drittel eingebrochen ist, dafür sind die Mietpreise deutlich gestiegen. „Es gibt genug Leistung, wir müssen sie einfach transparent und sichtbar machen“, spricht sich Spiegelfeld für das Doppelmaklerprinzip, wie es in Österreich gehandhabt wird, ausspricht. „Warum soll eine Seite Provision zahlen, wenn beide Seiten profitieren“, fragt Spiegelfeld. Knackpunkte sieht er auch beim neuen Mietrechtsgesetz, dort besonders bei befristeten Verträgen und den Kriterien für Mietzuschläge. Denn die Deckelung des Mietzinses würde notwendige Sanierungen im Altbaubereich oft verhindern.

In Zukunft werde man sich der Herausforderung der Digitalisierung stellen müssen. „Wir sind aufgerufen, hier zu überlegen, wie wir diese meistern werden“, sagt Spiegelfeld, der Studien widerspricht, wonach Makler nicht mehr gebraucht werden würde. „Es wird sich einfach ihr Tätigkeitsfeld ändern.“

Bei den aktuellen Wohntrends im Osten Österreichs sind laut Spiegelfeld nach wie vor Mietwohnungen mit 60 Prozent am meisten im Suchprofil der Wohnungssuchenden, die restlichen 40 Prozent machen Eigentumswohnungen aus. Zudem sei ein weiterer Preisanstieg bei Eigentumswohnungen sowie etwas geringere Preise bei Einfamilienhäuser zu verzeichnen gewesen. Dem gegenüber seien die Mietpreise stabil geblieben. Weil die Angebotslage besonders in Wien immer geringer wird, werden vor allem kleinteilige Wohneinheiten nachgefragt. Bei modernen Eigentumswohnungen liegen laut Spiegelfeld die Quadratmeterpreise bei 8.000 Euro in Außenbezirken und 10.000 Euro in inneren Bezirken.

Im Westen genau das Gegenteil: Dort suchen 80 Prozent der Wohnungssuchenden nach Eigentumswohnungen. In Salzburg gelten 4.500 Euro/m² als günstig, weswegen sie schon verkauft werden würden, bevor sie in den Markt kommen. Es gebe aber auch Wohnungen mit einem Quadratmeterpreis von 7.000 bis 8.000 Euro, allerdings würde es dann weniger Interessenten geben, die auch bereit seien, diesen Preis zu bezahlen. Auch Grundstücke werden knapp um Salzburg, was den Preisanstieg weiter ankurbeln dürfte.

In Kärnten und der Steiermark war eine minimale Nachfragesteigerung bei Miet- und Eigentumsobjekten zu verzeichnen. Am häufigsten werden Eigentumsobjekte von 100.000 bis 250.000 Euro gesucht, was darüber liegt, wird weniger nachgefragt.