Immobilien Magazin

Was die Immofinanz mit dem CA Immo-Paket vorhat

Nachdem die Immofinanz am Mittwoch überraschend 29 Prozent der S Immo erworben hatte, leitet sie jetzt für die 26 Prozent-Anteile einen Bieterprozess ein.

Autor: Charles Steiner

Die Überraschung am Mittwochnachmittag war von der Immofinanz perfekt: Nachdem in den Medien oft spekuliert wurde, dass ein möglicher Zusammenschluss zwischen Immofinanz, S Immo und CA Immo unter der Federführung der Signa angestrebt würde, hatte die Immofinanz die Flucht nach vorne angetreten und die Anteile von der Signa und der RPR angekauft und hält nach dem Closing 29,1 Prozent an der S Immo.

Jetzt steht der nächste Schritt an: Gleich einen Tag später leitete die Immofinanz einen Bieterprozess für ihr 26-prozentiges CA Immo-Paket samt der vier Golden Shares ein. Auch wenn es so wirkt, als wollte die Immofinanz die Anteile abstoßen, heißt es vom Unternehmen, dass noch keine endgültige Entscheidung gefallen sei, ob man verkaufen will oder nicht.

Interessenten gebe es für das Paket viele, allen voran die Starwood, die bereits ein Angebot für fünf Prozent der Immofinanz und eben die 26 Prozent der CA Immo unterbreitet hatte. Für jene fünf Prozent der Immofinanz hatte aber die Immofinanz bereits erklärt, dass das Angebot zu niedrig sei. Die CA Immo hat diesbezüglich noch keine Angaben gemacht. Dass die Immofinanz das Angebot der Starwood für die 26 Prozent der CA Immo unreflektiert annimmt, ist da unwahrscheinlich.

Durch den jetzt eingeleiteten Bieterprozess ist vieles möglich: Aus mit der Sache vertrauten Kreisen heißt es, dass man in erster Linie ausloten wolle, wieviel die Immofinanz für das CA Immo-Paket bekommen könnte und so Starwood dazu zwingt, womöglich das Angebot nachzubessern. Das wolle man in erster Linie in einem transparenten Verfahren machen.

Das S Immo-Paket lässt sich die Immofinanz einiges kosten: Bei einem durchschnittlichen Kurs von knapp 16 Euro im letzten Monat bot sie Signa und RRP gleich 20 Euro pro Aktie an. Macht in Summe rund 390 Millionen Euro, die einerseits selbstfinanziert und andererseits durch Fremdkapitalmittel gestemmt werden sollen. Da könnte natürlich auch das CA Immo-Paket, so es tatsächlich verkauft wird, zu weiteren liquiden Mitteln führen. Zumindest, so munkelt man, hätte es etliche Interessensbekundungen für das Paket gegeben, das wolle man aber öffentlich sichtbar machen. Schon im Disclaimer der entsprechenden Adhoc-Meldung ist dezidiert festgehalten worden, dass man den Bieterprozess jederzeit abbrechen könne.