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Immomärkte driften auseinander

Großregion Wien wächst weiter stark

Autor: Gerhard Rodler

Die Bundesländer driften bei der Entwicklung der Immomärkte immer mehr auseinander: In der Steiermark profitiert vor allem Graz und seine Umgebung von einer enormen Zuwanderung, während die Nachfrage nach Einfamilienhäusern im ländlichen Bereich rückgängig ist und die Preise dort nachgeben. In Graz hingegen sind die Wohnungspreise vor allem im Neubau stabil auf hohem Niveau, obwohl dort sehr viele neue Projekte errichtet werden, das Angebot also mittlerweile wieder ausreichend ist. Im Nachbarbundesland Kärnten ist dagegen die Tätigkeit der privaten Bauträger rückläufig, viele Wohnungen von bereits fertiggestellten Bauten stehen noch leer. Hier rechnet s REAL für 2015 mit einer verstärkten Bautätigkeit von gemeinnützigen Bauträgern. Ländliche Gebiete in Kärnten haben eine stagnierende bis rückläufige Preisentwicklung, nur in den städtischen Bereichen steigen die Immobilienpreise noch leicht an. Diese Tendenz wird sich auch 2015 weiter fortsetzen.

In Tirol befinden sich mit der Landeshauptstadt Innsbruck und Kitzbühel gleich zwei der teuersten Städte Österreichs. Die Quadratmeterpreise für Neubauwohnungen in Innsbruck bewegen sich um die 5.200 Euro, so dass die Stadt und ihre Randbezirke nur noch für einen geringen Teil der Bevölkerung leistbar sind. Auch 2015 werden Immobilien in Tirol nicht günstiger werden, s REAL rechnet in diesem Bundesland mit einer moderaten Preissteigerung von 2 bis 3 Prozent.

In Vorarlberg haben sich die Immobilienpreise auf hohem Niveau stabilisiert, nur in ausgesprochenen Top-Lagen oder bei sehr gefragten Immobilien sind noch Preissteigerungen zu erwarten. Auch hier ist Immobilieneigentum für einen Gutteil der Bevölkerung nur noch schwer leistbar, wobei erschwerend hinzukommt, dass gut ausgestattete und einigermaßen günstige Mietwohnungen schon seit einiger Zeit Mangelware sind.

Für die Stadt Salzburg konstatiert s REAL ein größeres Angebot an gebrauchten Eigentumswohnungen im Vergleich zu den Vorjahren. Die Preise haben sich einigermaßen stabilisiert, mit größeren Steigerungen ist im nächsten Jahr nicht zu rechnen. Für den Wohnungsneubau gibt es weiterhin viel zu wenige preiswerte Grundstücke, und damit verbunden sind steigende Preise im Neubaubereich. Sehr gute Lagen haben noch Potenzial nach oben, jedoch kam es 2014 zu einem spürbaren Nachlassen der Nachfrage. In den Salzburger Regionen gibt es unterschiedliche Entwicklungen. Preissteigerungen wie in der Stadt Salzburg hat es hier in den vergangen Jahren nicht gegeben und sind auch für 2015 nicht abzusehen.

In Oberösterreich konzentrierte sich der Immobilienmarkt auch 2014 auf den Großraum Linz-Wels, wo die Preise stabil bis leicht steigend waren. In den ländlichen Gebieten hingegen war die Nachfrage rückläufig und die Preise kamen daher in diesen Regionen unter Druck. Auch für 2015 erwartet s REAL hier keine nennenswerten Änderungen.

Niederösterreich und Burgenland hatten eine ähnliche Entwicklung zu verzeichnen. In Niederösterreich profitiert vor allem die „Greater Vienna Area“ von einer guten Nachfrage sowohl nach Miet- als auch Kaufimmobilien. Dieses Bundesland wächst nach wie vor, und zwar rund um Wien und entlang der Schnellbahnlinien. Auch dort fehlen jedoch kleinere Wohneinheiten, und es gibt einen Angebotsüberhang an Einfamilienhäusern.

In Wien gab es auch 2014 für alle Mietwohnungen bis 800 Euro eine rege Nachfrage, die bei Preisen darüber deutlich geringer ausfiel.