Immobilien Magazin

In Berlin gehen die Büros aus

Der im Vorjahr aufgestellte Flächenrekord bei der Bürovermietung konnte heuer nicht erreicht werden. Grund dafür ist aber weniger die Nachfrage, sondern das entsprechende Angebot.

Autor: Charles Steiner

Für österreichische Entwickler, die in Berlin tätig sind, dürfte diese Meldung durchaus positive Stimmung verbreiten. Denn: Die Nachfrage nach geeigneten Büroflächen lässt sich derzeit mit dem Angebot eher nicht abdecken. Das geht aus den Büromarktzahlen für das dritte Quartal von BNP Paribas Real Estate hervor. 575.000 m² Flächenumsatz wurde gemessen, 18 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Dennoch ist der Leerstand historisch niedrig. Der Schluss, den BNP Paribas Real Estate zieht: Es würde in Berlin deutlich mehr gehen, wenn es denn das entsprechende Angebot gebe.

„Da hilft auch nicht die gestiegene Bautätigkeit, da ein Großteil bereits vorvermietet ist oder erst ab 2020 fertiggestellt wird“, sagt Jan Dohrwardt, Geschäftsführer der BNP Paribas Real Estate und Berliner Niederlassungsleiter. Für viele Unternehmen, insbesondere im Bereich IuK-Technologien und digitale Wirtschaft, sei das ein nicht kalkulierbarer Planungshorizont. Und: "Gerade für großflächige Gesuche ist diese Situation dramatisch, wie auch der auf nur noch 19 Prozent gefallene Anteil großer Abschlüsse über 10.000 m² dokumentiert (Vorjahr: über 32 Prozent).

Der Leerstand ist mittlerweile eklatant gesunken. Er liegt mit Ende des dritten Quartals nur noch bei 380.000 m² und damit 17 Prozent niedriger als vor einem Jahr. Drastischer sei das bei modernen Flächen: Sie nehmen sogar um knapp ein Drittel, es gebe nur mehr 89.000 m² an verfügbaren Flächen.