immoflash

Inflation steigt im Euro-Raum schon wieder

Steigerung übertrifft Erwartungen:

Autor: Gerhard Rodler

Gute Nachricht für Vermieter und wohl auch für die Staatshaushalte. Die Verbraucherpreisinflation in der Eurozone ist im Jänner um 0,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Dies stellt eine deutliche Veränderung gegenüber den Rückgängen der letzten Monate dar und könnte den Beginn eines anhaltenden Anstiegs der Inflation einläuten. Mehrere Sondereffekte und Basiseffekte trugen zu dem Anstieg bei, erklären aber nicht den gesamten Anstieg, der viel größer war als erwartet. NN Investment Partners (NN IP) rechnet in den kommenden Monaten mit einer Volatilität der Inflationsrate, da Sondereffekte weiterhin wirken. Auch ein nachhaltiger Anstieg der Inflation könnte sich abzeichnen, der durch geld- und fiskalpolitische Maßnahmen unterstützt wird.

Nach einem deutlichen Rückgang der Inflationsrate in der Eurozone im vergangenen Jahr - die Verbraucherpreisinflation sank in den letzten Monaten des Jahres 2020 auf -0,3 Prozent - stieg die Inflationsrate im Januar auf 0,9 Prozent an. Der Anstieg kam nicht völlig unerwartet, da mehrere Sondereffekte als Auslöser für einen Inflationsanstieg erwartet wurden. Dazu gehörten das Ende der Mehrwertsteuersenkung sowie die Einführung einer CO2-Steuer in Deutschland, eine Verschiebung der französischen Schlussverkaufssaison, die sich in positiven Basiseffekten niederschlug, und eine Neugewichtung des Index, die die Gewichtung der Titel reduzierte, die dazu neigen, im Januar besonders stark zu fallen.

Dennoch erklären diese Faktoren nicht die Höhe des Anstiegs. „Der sprunghafte Anstieg des Verbraucherpreisindexes ist ein deutlicher Schritt von der Deflation zur Inflation, den wir nicht nur auf Sonder- und Basiseffekte zurückführen können“, sagt Jaco Rouw, Senior Portfolio Manager Fixed Income bei NN IP. „Die Inflation hat viel stärker zugenommen als erwartet, was darauf hindeutet, dass die bekannten Sondereffekte nicht die alleinigen Verursacher waren. Es ist möglich, dass höhere Frachtkosten und Unterbrechungen der Lieferkette ebenfalls eine Rolle gespielt haben.“