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Investmentmarkt in Wien noch niedrig

Aber Marktstimmung schon viel besser

Autor: Gerhard Rodler

Im Jahresvergleich ging das Marktvolumen im 3. Quartal 2013 um rund 12,5 Prozent zurück und erreichte 525 Mio. Euro nach 600 Mio. Euro im 3. Quartal 2012. Gegenüber dem außergewöhnlich ruhigen 2. Quartal 2013, in dem nur 200 Mio. Euro Investmenttransaktionen zu verzeichnen waren, bedeutete das aber einen signifikanten Anstieg. Das geht aus einer aktuellen EHL-Analyse hervor.

Dass der Vorjahreswert nicht erreicht werden konnte, lag in erster Linie daran, dass keine wirklich großvolumigen Transaktionen mit einem Volumen von mehr als 100 Mio. Euro zu verzeichnen waren. Trotzdem ist die Marktstimmung gut und das 3. Quartal wird als vielversprechender Auftakt für das Jahresendgeschäft betrachtet, von dem noch eine signifikante Steigerung des Volumens erwartet wird. Die Preissituation ist derzeit vom steigenden Anlagedruck seitens zahlreicher institutioneller Käufer geprägt. Es zeigt sich in den laufenden Verhandlungen laut EHL immer deutlicher, dass vor allem Wien tendenziell zum Verkäufermarkt wird und auch Objekte mit kleineren Schwächen zu Bestkonditionen verkauft werden können. Im Bereich Wohnen/Neubau liegen die Spitzenrenditen, abhängig von der Lage, mittlerweile unter vier Prozent, bei Zinshäusern in Spitzenlagen zum Teil unter drei Prozent und befinden sich somit auf einem historischen Tiefstand.

Im 3. Quartal 2013 gaben die heimischen Investoren eindeutig den Ton an. Nur bei zwei der acht größten Transaktionen, mit einem Volumen von mehr als 15 Mio. Euro, kamen ausländische Käufer zum Zug, in beiden Fällen waren es institutionelle deutsche Investoren. Unter den österreichischen Käufern finden sich Privatanleger ebenso wie offene Immobilienfonds und Projektentwickler.

Tendenziell sind die Anleger weiterhin eher risikoscheu, daher bleibt der große Preis- und Renditeabstand zwischen dem Spitzensegment (Core-Immobilien) und den nachgelagerten Qualitätssegmenten (core+ und value add) aufrecht. Außerhalb des Spitzensegments kommen größere Deals in der Regel nur dann zustande, wenn die Verkäufer preislich zu größeren Konzessionen bereit sind, wie es laut Medienberichten beim Verkauf des Salzburger AXA-Portfolios offenbar der Fall war. Im 4. Quartal sollte zumindest der starke Wert des dritten Quartals von 525 Mio. Euro erreicht werden. Die zahlreichen, weit fortgeschrittenen Verhandlungen für mittlere und große Transaktionen lassen erwarten, dass das Gesamtjahresergebnis von 1,65 Mrd. Euro im Jahr 2012 heuer noch übertroffen werden kann.

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