Immobilien Magazin

Investoren prüfen Shoppingcenter genau

In Deutschland leidet der Investmentmarkt für Shoppingcenter an immer längeren Transaktionszeiten. Der Grund: Investoren prüfen die Mietentwicklung immer genauer. Doch in Österreich ist alles anders.

Autor: Charles Steiner

470 Millionen Euro. Um so viel (bzw. so wenig) sind Shoppingcenter laut JLL in Deutschland gedreht worden. Der niedrigste Wert ever, wie JLL anmerkt. Der Grund: Die Investoren sind etwas verhaltener geworden und prüfen das zu kaufende Objekt sehr genau. Vor allem, was die Mietentwicklung betrifft. Das, obwohl noch Objekte für etwa 1,5 Milliarden Euro am Markt zu haben sind. In Deutschland scheinen Shoppingcenter - so sie keine Primeprodukte sind - wenig gefragt zu sein. Nur 13 Transaktionen wurden heuer gemessen, im ersten Halbjahr 2017 waren es mit 25 fast doppelt soviele. Und es gab auch nur eine Großtransaktion im dreistelligen Millionenbereich, das durchschnittliche Transaktionsvolumen fiel von 51 Millionen Euro auf 36 Millionen Euro zurück.

Ob eine ähnliche Entwicklung auch in Österreich zutrifft, nachdem es zum deutschen Markt doch so manche Parallelen gibt? Nein. Deshalb nicht, weil es so gut wie gar keine Shoppingcenter in Österreich auf dem Markt gibt. Franz Pöltl, Geschäftsführer von EHL Investment Consulting, sagt, dass hierzulande eine diesbezügliche Einschätzung nicht möglich sei, da das Datenmaterial nicht ausreicht: „Es gibt kaum Neuentwicklungen und es kommen auch kaum Shoppingcenter auf den Markt.“ Allerdings geht er davon aus, dass wenn Shoppingcenterflächen auf den Markt kommen, diese auch recht bald verkauft werden dürfte. Denn es gab doch einige Deals mit Fachmarktzentren, die haben aber recht bald Käufer gefunden. Pöltl: „Da waren aber keine richtigen Perlen dabei. Daher dürfte die Lage in Österreich eher so sein, dass wenn Shoppingcenter ebenfalls auf den Markt gelangen, Investoren eher schnell reagieren.“