Immobilien Magazin

Jetzt stürzt sich die UNESCO auf den Schwarzenbergplatz

Neben den Bauprojekten am Heumarkt und am Karlsplatz fordert die UNESCO die Republik jetzt auf, zum geplanten Gastro-Objekt der Salm Bräu am Schwarzenbergplatz Stellung zu beziehen. Deren Meinung nach ist das Projekt zu groß.

Autor: Charles Steiner

Bauprojekte in der Kernzone Innere Stadt sind ein heikles Thema, vor allem für die UNESCO, die offenbar in Wien ein breites Betätigungsfeld sieht. Denn nach den Bauprojekten am Heumarkt von der Wertinvest und des Projekts „Karlsplatz 9“ der Zurich Versicherung hat die UNESCO ein weiteres geplantes Objekt im Visier. Diesmal am Schwarzenbergplatz.

Dort plant die Salm Bräu GmbH nämlich den Um- und Ausbau des neubarocken Gartenpalais „Belvedere Stöckl“ in der Prinz-Eugen-Straße. Die UNESCO stößt sich dabei um einen Neubau mit mehreren Terrassenebenen, der Platz für rund 880 Gäste bieten soll, 600 Plätze würden dabei auf die Terrasse entfallen. Das Bundesdenkmalamt hat jedenfalls die Genehmigung für dieses Projekt erteilt - allerdings ist dieses, so die UNESCO in einer Aussendung, zu groß dimensioniert.

Deshalb fordert die UNESCO die Republik Österreich jetzt auf, zu dem Gastronomieprojekt Stellung zu beziehen. Zudem verlangt die UNESCO Informationen zu dem Projekt, die auch in den Bericht für die nächste Welterbekomitee-Sitzung in Bahrain im kommenden Juli einfließen sollen.

Die österreichische UNESCO-Kommission sieht das Projekt jedenfalls kritisch. Die Präsidentin der Österreichischen UNESCO-Kommission, Sabine Haag, sagt: „Ein Gastronomieprojekt in diesem Ausmaß im barocken Gartenensemble in der Kernzone des Welterbes ist höchst problematisch. Es spricht nichts dagegen, das Belvedere Stöckl wieder als Gastronomiebetrieb zu nutzen, jedoch wäre größtmögliche Sensibilität bei der Dimensionierung und Ausgestaltung eines derartigen Projekts nötig. Es geht hier um die Wertschätzung und den langfristigen Erhalt von hochwertigem Kulturerbe.“

Bereits beim Projekt am Heumarkt, das die Wertinvest entwickeln will, sorgte bei der UNESCO für Aufsehen und ist in Folge zu einem Politikum geworden. Damals drohte die UNESCO, Wien auf die Rote Liste zu setzen und gegebenenfalls den Weltkulturerbe-Status abzuerkennen.

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Kommentare

raunzer58 | 13.04.2018 10:57

Irgendwie ist es schon immer wieder lustig: Ein privater Vereinm der keinerlei wirtschaftliche Verantwortung hat sieht sich bemüßigt, operativ in wirtschiaftliche Entscheidungen hineinzureden. Wenn man das vielleicht bei Hochhäusern gerade noch verstehen kann, ist das in diesem Fall absolut nicht zu verstehen. Das Bundesdenkmalamt ist eine wirklich sehr sorgfältige und oft für den Eigentümer lästige Behörde, die sehr wohl mit Augenmass auf die Einhaltung des Denkmalschutzes achtet. Dass sich ein aussenstehender Dritter anmaßt, diese Entscheidung in Frage zu stellen ist einfach in dieser Form nicht akzeptabel.