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Dramatischer Logistik-Mangel in Köln

Kein Abschluss mehr ab 20.000 m²

Autor: Charles Steiner

In Köln zeichnet sich ein akuter Mangel an Logistikimmobilien ab. Sowohl kurzfristige Flächen als auch Grundstücke für Neuentwicklungen sind kaum zu bekommen, großflächige Verträge sind im Vorjahr erst gar keine verzeichnet worden. Das geht aus der aktuellen Analyse von BNP Paribas Real Estate hervor, der für die Metropole einen Flächenumsatz von gerade einmal 140.000 m² ausweist. Das ist Rückgang von 38 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Abschlüsse jenseits der 20.000 m² habe es demnach erst gar nicht gegeben. Für Christopher Raabe, Managing Director und Head of Industrial Services bei BNP Paribas Real Estate, ein Indikator für ein mangelndes Angebot: „Allein durch das Fehlen großer Verträge lassen sich gut zwei Drittel des Umsatzrückgangs erklären.“ Die größten Abschlüsse waren die Anmietung eines Logistikdienstleisters in Kerpen sowie der Kurt Rothschild GmbH & Co. KG in Bedburg, mit jeweils rund 17.000 m².

Besonders dramatisch sind die Vermietungen an Handelsunternehmen - diese seien regelrecht eingebrochen. Nur sechs Prozent der Gesamtflächen wurden von diesen eingenommen - und gerade die benötigen in der Regel kurzfristig verfügbare Flächen, etwa um Lager- und Verteilkapazitäten zu erhöhen. Nur: Genau diese sind so gut wie nicht vorhanden.

Der Wettbewerb um die wenigen verfügbaren Flächen schlage sich in auf Mietpreisentwicklung nieder. Im Vorjahresvergleich sei die Spitzenmiete um sechs Prozent auf 5,40 Euro/m² gestiegen, und auch die Durchschnittsmiete hat um gut 2 Prozent auf 4,45 Euro/m² angezogen. Unter strukturellen Marktaspekten ist außerdem darauf hinzuweisen, dass der in Köln ohnehin traditionell geringe Eigennutzeranteil noch einmal gesunken ist und nur noch bei gut 6 Prozent liegt. Demgegenüber hat die Bedeutung von Neubauflächen spürbar zugenommen: Fast 57 Prozent des Ergebnisses entfallen auf dieses Segment. Auch hier zeigt sich der Angebotsmangel, sodass viele Nutzer gezwungen seien, auf Neubauprojekte auszuweichen. Auch für heuer sieht Raabe keine Besserung der Situation.