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Keine Entwarnung

Wohnungsmarkt nur scheinbar entspannt

Autor: Gerhard Rodler

Die tendenziell leicht sinkende Bevölkerungszahl in Lüdenscheid scheint auf einen recht entspannten Wohnungsmarkt hinzudeuten. Doch das Angebot an qualitativ hochwertigen Unterkünften ist ziemlich begrenzt. Auch der Bedarf an altengerechten Wohnungen ist durch die wachsende Zahl älterer Menschen nachhaltig gestiegen. Dies geht aus dem aktuellen „Marktreport Wohn- und Geschäftshäuser Lüdenscheid 2014/2015“ des international tätigen Beratungs- und Vermittlungsunternehmens Engel & Völkers Commercial hervor.

Die Nachfrage nach Wohnungen in den sehr guten City-Lagen sowie in den verteilt liegenden guten Lagen ist recht stabil geblieben, wenn die Wohnungen zeitgemäß saniert sind. „Dementsprechend sind auch die Mieten stabil und liegen in den guten Lagen zwischen 6,50 und 8,00 Euro pro Quadratmeter“, sagt Roland Rothmann, Geschäftsführer von Engel & Völkers Commercial Lüdenscheid. In den sehr guten Lagen würden Mietpreise von bis zu 10,00 Euro erreicht. Überhaupt ist der Markt für Wohn und Geschäftshäuser in dem rund 73.000 Einwohner zählenden Mittelzentrum im Sauerland durch Stabilität geprägt. „Überraschungen sind kaum zu erwarten“, betont Rothmann.

2013 wurden 54 Wohn- und Geschäftshäuser gehandelt, im Vorjahr waren es 48. Das Umsatzvolumen blieb mit etwa 14 Millionen Euro nahezu unverändert. Der Durchschnittspreis lag mit knapp 260.000 Euro rund 30.000 Euro unter dem Vorjahresniveau. Das Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage bleibt ausgeglichen. Die Investoren prüfen die gehandelten Objekte sehr genau. „Schnelle Verkäufe sind nicht an der Tagesordnung“, weiß Rothmann. Lediglich in den guten und sehr guten Lagen sei die Nachfrage lebhafter, insbesondere dann, wenn qualitativ hochwertige Objekte angeboten werden. „Mittlere Lagen sind für die Anleger interessant, wenn das Umfeld beziehungsweise die Mikrolage stimmt und die Häuser keinen größeren Sanierungsstau aufweisen“, so der Immobilienexperte.

Auch Objekte in einfachen Lagen werden gehandelt, allerdings mit deutlichen Preisabschlägen. Schwierig sind die infrastrukturell benachteiligten Randlagen. Objekte mit größerem Sanierungsstau rechnen sich in Anbetracht des Mietniveaus kaum.