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Keuschnigg gegen Mietpreisdeckelung

Mietpreisdeckelung für Umverteilung ungünstig

Autor: Stefan Posch

Der österreichische Ökonom Christian Keuschnigg, Professor an der Universität St. Gallen und ehemaliger IHS-Direktor, spricht sich in einem Kommentar des Wirtschaftspolitischen Zentrums, ein Kompetenzzentrum der Universität St. Gallen, gegen Preiseingriffe des Staates in die Immobilienwirtschaft aus. Diese hätten „intransparente und erratische Verteilungseffekte“ und neue Ungerechtigkeiten zur Folge. Verteilungsziele seien nur mit progressiven Steuern und Einkommenszuschüssen zu realisieren.

In Österreich werde immer mehr Umverteilungspolitik über Eingriffe in den Preismechanismus betrieben, kritisiert der Ökonom. Das sei nirgends so deutlich wie in der Wohnwirtschaft. Die Allokationsaufgabe des Staates sei aber, Marktstörungen abzubauen, damit der Preismechanismus seine vorteilhaften Wirkungen entfalten könne. Preiseingriffe würden zu einem „Fehleinsatz von knappen Ressourcen“ führen, ist der Wirtschaftsprofessor überzeugt. Eine Mietpreisdeckelung würde zwar auch zu einer gewissen Umverteilung zu niedrigen Einkommen führen, aber auf einer unsystematischen Weise und mit Folgewirkungen auf das Wohnungsangebot. Zudem sei auch mit hohen Streuverlusten zu rechnen.

Effektiver sei eine Umverteilung durch Einkommenszuschüsse, die an die Inflation angepasst werden. Preisregulierungen seien auch nicht geeignet um Preisblasen zu verhindern, stellt Keuschnigg klar. Es sei nämlich schwer zu unterschieden, ob Preise aufgrund von Spekulation oder einer tatsächlichen Angebotsverknappung steigen. Im Falle einer Verknappung müssten die Preise sogar kurzfristig steigen, um mit den damit steigenden Wohnbauinvestitionen für eine langsame Entspannung des Marktes zu sorgen. Höhere Mietpreise würden auch zu einer sparsameren Nutzung von knappen Wohnraum und zu einer Reduzierung der Fehlbelegungen führen.

Durch eine Mietpreisbegrenzung könnte die Angebotsverknappung laut dem Professor permanent werden.