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KMU Investitionszuwachsprämie

Für KMUs ist ein Prämientopf mit 87 Millionen Euro geplant. Auch Investitionen in neue Gebäudeerrichtungen sollen gefördert werden.

Autor: Franz Haimerl

Seit einigen Monaten ist die Wiedereinführung einer Investitionszuwachsprämie für KMUs in Diskussion. Gesetz gibt es zwar noch keines, aber immerhin können Prämienanträge bereits bei der Austria Wirtschaftsservice GmbH (AWS) eingereicht werden. Für die Immobilienbranche ist jedenfalls interessant, dass diesmal auch Investitionen in neue Gebäudeerrichtungen gefördert werden sollen. Gefördert werden Kleinstunternehmen (unter 50 Mitarbeiter) sowie kleine und mittlere Unternehmen (50 bis zu 250 Mitarbeiter). Die Unternehmer müssen Mitglied der Wirtschaftskammer oder der Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten sein. Einige Branchen, wie z.B. Banken und Versicherungen, sollen ausgeschlossen werden. Gefördert werden Neuinvestitionen in materielles, abnutzbares Anlagevermögen. Damit sind auch Investitionen in Gebäude begünstigungsfähig. Förderbar sind beispielsweise Investitionen in Betriebs- und Geschäftsausstattung, wie auch die Errichtung oder die Anschaffung eines neuen Bürogebäudes, Logistikhallen samt Lagertechnik sowie Hotelanlagen. Ausländische Immobilien sind nicht förderbar. Ausgeschlossen von der Förderung sind Investitionen in Grundstücke, Fahrzeuge, Vergnügungsetablissements, Spielkasinos, öffentliche Garagen sowie Leasingfinanzierungen.

Förderanträge können bereits jetzt beim AWS eingereicht werden.

Gründer ausgeschlossen

Entscheidend ist der Zuwachs an Investitionen, wobei als Basis der Durchschnitt der letzten drei Jahre herangezogen wird, der von einem Wirtschaftsprüfer oder Steuerberater bestätigt werden muss. Somit sind Unternehmensgründer nicht förderbar. Förderbar sind bei Kleinstunternehmen Investitionen, die um zumindest 50.000 Euro über dem Durchschnitt der letzten drei Jahre liegen; bei Klein- und Mittelunternehmen muss der Investitionszuwachs zumindest 100.000 Euro betragen. Die maximal förderbare Investitionssumme liegt bei Kleinstunternehmen bei 450.000 Euro und bei Klein- und Mittelunternehmen bei 750.000 Euro. Der Zuschuss beträgt bei Kleinstunternehmen 15 % und bei Klein- und Mittelunternehmen 10 % - somit maximal 75.000 Euro pro Jahr. Wenn das Gesetz umgesetzt wird, sind Investitionen ab 9.1.2017 förderbar. Wichtig: Der Prämienantrag muss vor Projektstart, etwa der Baubeginn, die Bestellung oder das Datum der ersten Lieferung, eingereicht werden. Gegenüber der früheren Variante hat die Neuauflage Nachteile: So besteht kein Rechtsanspruch auf Prämiengewährung und der jährliche Prämientopf ist mit 87 Millionen Euro limitiert. Es gilt das "First-come-first-serve"-Prinzip - Prämienanträge sollten daher möglichst rasch eingebracht werden. Vermutlich sollen durch den fehlenden Rechtsanspruch und die Abwicklung über die AWS auch allzu kreative Gestaltungen verhindert werden.

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