immoflash

Angst vor drohender Kreditklemme

Regionalbanken preschen vor

Autor: Gerhard Rodler

Die drohende Kreditklemme stellt nicht nur Kreditinstitute, sondern auch vor allem auch die Immobilienbranche vor massiven Herausforderungen. Vor allem der Start neuer Projekte ist derzeit zumindest teilweise deutlich schwieriger als noch vor sechs Monaten, ergab ein stichprobenartiger Rundruf bei Wiener Bauträgern heute Vormittag von immoflash.

Überraschenderweise betrifft dies nicht nur Hotel- und Retailprojekte (wo man so etwas noch am ehesten erwartet hätte), sondern auch Büro- und sogar Wohnbauprojekte.

Als eines der Hauptprobleme dabei wird angeführt, dass die Bewerter, die ja vor jeder Kreditvergabe im Auftrag der Banken entsprechende Wertgutachten erstellen, aktuell sehr verunsichert sind und daher die Immobilienwerte weiter heruntersetzen, als dies eigentlich der aktuellen (und mittlerweile absehbar künftigen) Marktentwicklung entsprechen würde. Vor allem bei Neukundenbeziehungen würden demnach die Banken derzeit eher auf der Bremse stehen.

Vorwiegend Großbanken sind da aktuell eher bremsend, so war heute beim Rundruf zu hören. Ins Bild passt da auch eine kürzliche Meldung der italienischen Großbank UniCredit S.p.A., die mit ihrer Tochter UniCredit Bank Austria AG auch in Österreich eine bedeutende Marktstellung hat. Sie meldete einen Verlust von 2,7 Milliarden Euro für das 1. Quartal 2020. Zudem wurde ein Stellenabbau von 2.500 Mitarbeitern für die Tochterunternehmen in Österreich und Deutschland angekündigt. Diese zumindest von der Immobilienbranche wahrgenommene Vakuum auf Seiten der Großbanken nutzen umgekehrt aber aktuell die Regionalbanken. Während einige Institute das Neugeschäftsvolumen im Kreditbereich reduzieren oder Einschränkungen vornehmen, nutzen bereits einzelne Kreditinstitute die Chance, das Volumen im Bereich vor allem bei der Wohnbaufinanzierung auszubauen.

Außerdem gilt: Gemeinsam schaffen wir das!