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Kritik an Bestellerprinzip hält an

Für Makler-KMU kann das bedrohlich sein

Autor: Charles Steiner

Das von der österreichischen Bundesregierung angedachte Bestellerprinzip wird von der Immobilienwirtschaft seit längerem kritisch beäugt. Das Immo-Portal FindMyHome hat dazu die möglichen Kostenverschiebungen vom Konsumenten hin zum Abgeber untersucht und sieht vor allem Nachteile für die Konsumenten und wirtschaftliche Folgen auf die Branche zukommen. Bernd Gabel-Hlawa, Geschäftsführer von FindMyHome sieht vor allem im Mietwohnungsmarkt einen Transparenzverlust, sollte das Bestellerprinzip kommen: „Der Immobilienmarkt würde zu erheblichen Teilen wieder zu einem ,Wer kennt wen?' und ,Wer zahlt mehr?'-Markt werden wie man es beispielsweise bereits in Berlin beobachten kann. Im begehrten Mietenmarkt von Ein- und Zweizimmerwohnungen führte dies erneut zu Preissteigerungen. Damit wird leistbares Wohnen heutzutage nahezu unmöglich.“ Auch würde der Makler nicht mehr im Rahmen der Doppelmaklertätigkeit für beide Seiten arbeiten, sondern nur noch im Sinne des Auftraggebers tätig sein. Und, so FindMyHome-Geschäftsführer Benedikt Gabriel: Viele Angebote würden dann auf Social Media landen, die Qualität und Transparenz bei der Immobiliensuche aber leiden.

Auch an anderen Ecken tut sich Kritik auf: So rechnen beide Geschäftsführer mit wirtschaftlichen Folgen, vor allem für Makler-KMU. Gabel-Hlawa: „Mit dem Bestellerprinzip besteht die Gefahr, dass KMUs (kleine und mittlere Unternehmen) der Immobilienbranche zunehmend vom Markt verschwinden. Auch hier hat sich in Deutschland gezeigt, dass mit den neuen Regelungen viele klassische KMU-Makler, die den Fokus auf den ohnedies unrentableren Mietenmarkt

gelegt haben, bereits aufgrund von Konkurs von der Bildfläche verschwunden sind. Dies schadet der Wirtschaft im Allgemeinen, schließlich ist Bauen und Wohnen einer der führenden Wirtschaftsmotoren des Landes.“