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Stadtentwicklung neu im KI-Labor

Österreichs erstes City Intelligence Lab eröffnet

Autor: Alexander Kohl

Es wirkt wie ein großer „Gamers Room“. VR-Brillen, riesige Projektionswände und mehrere Beamer reihen sich im City Intelligence Lab am Austrian Institute of Technology (AIT) aneinander. Doch hier wird nicht „gespielt“ sondern geplant. Und zwar die Stadt der Zukunft, an interaktiven Gebäudemodellen und Infrastruktursimulationen. Ein Ansatz, der auch für Immobilienentwickler durchaus interessant sein kann.

„Wir haben mit dem Labor eine Plattform und einen Experimentierraum geschaffen, die man wie eine Art Medizinlabor für digitale Technologien beschreiben kann“, erklärt Nikolas Neubert, Head of Competence Unit Digital Resilient Cities am Center for Energy. „Wir arbeiten mit einer völlig neuen Art der Laborintelligenz.“ Dabei kommen Schlüsseltechnologien wie Augmented Reality (AR) sowie künstliche Intelligenz zum Einsatz, um komplexe Simulationen und Planungen zu erstellen. Immobilienentwickler können sich in das Labor ebenso einbuchen wie Planer, Stadtentwickler oder Infrastrukturbeauftragte. Man setzt eine VR-Brille auf oder beamt sein Gebäude an die Wand und formt es so um, wie man möchte - das System errechnet dann die Auswirkungen auf alle umliegenden Parameter, wie Verkehr, Lärm, Energie, oder Kanal. Man kann direkt an Modellen leicht Veränderungen vornehmen und sofort die Auswirkungen auf das Gebäude oder den Einfluss des Gebäudes sehen.

Das AIT Austrian Institute of Technology bezeichnet das CIL am Center for Energy als einen Meilenstein in seiner innovativen Forschungsinfrastruktur. „Das City Intelligence Lab ist ein internationales Vorzeigelabor für die Stadtplanungsprozesse der Zukunft“, sagt Wolfgang Hribernik, Head of Center for Energy, anlässlich der Eröffnung. Auch können hier z.B. Szenarien wie die Klimasituation in Stadtteilen anschaulich simuliert und durchgespielt werden. So könne man etwa sofort erkennen, welche Maßnahmen für bestimmte Stadtteile eine Abkühlung bedeuten würden.

Erste Projekte in Deutschland und Usbekistan wurden bereits umgesetzt. Ebenso zeigt das Projekt LiLa4Green in Wien eine Anwendungsmöglichkeit der KI-gestützten Simulations-Technologie. In Wien Favoriten und im Matznerviertel (Wien Hietzing) werden die Bewohner mit digitalen Technologien möglichst früh in den Planungsprozess eingebunden. Diese können etwa per App Planungen vornehmen, wie etwa ihre Straße verschönert werden kann oder wo mehr Bäume gepflanzt werden könnten.