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Tageslicht in der Zertifizierung

Lichtnutzung fließt in ÖGNI-Kriterien

Autor: Charles Steiner

Nichts ist nachhaltiger als natürliches Tageslicht, ist sich die Österreichische Gesellschaft für Nachhaltige Immobilienwirtschaft sicher - weswegen sie die Kombination aus Tageslicht und Kunstlicht in der Konzipierung als Nachhaltigkeitskriterium für Zertifizierungen einfließen lässt. In einem aktuellen Kurzpaper der ÖGNI Arbeitsgruppe Licht ist das jetzt definiert worden. Kernaussage des Papers: Wo Licht benötigt wird, soll es in der richtigen Qualität vorhanden sein, wo keines benötigt wird, soll kein Licht eingeschaltet sein, um Energie zu sparen. Hochwertiges Kunstlicht sollte dabei durch die effiziente Nutzung einer tageslichtgesteuerten-, anwesenheits- und zeitbasierten Lichtsteuerung genutzt werden. Demnach sollten weiter, so steht es in dem Papier, Schnittstellen und Installationen so gewählt sein, dass Umbauten beziehungsweise technische Upgrades mit geringem Aufwand durchgeführt und auf zukünftige Innovationen umgestellt werden können (Thema Sensor Readiness, Human Centric Lighting).

Dieses Ansinnen hat auch einen (kosten)-technischen Hintergrund: 90 Prozent des Energieverbrauchs entfielen auf den Betrieb. Der Betriebsstromverbrauch sei dabei „die mit Abstand wichtigste Größe in der Energiebilanz - und zugleich der wichtigste Kostenfaktor“. Investitionen in eine professionelle Kunstlichtplanung und hochwertige Leuchten würden sich demnach sehr schnell amortisieren. Hochwertige Leuchten, lange Garantien, kombiniert mit einem Lichtmanagement seien daher der Schlüssel zu mehr Nachhaltigkeit und geringeren Betriebskosten.

Die ÖGNI will aber noch einen Schritt weiterdenken: Ressourcen sparen, Abfall vermeiden, Material wiederverwenden: Nachhaltigkeit begleitet künstliche Beleuchtung im gesamten Lebenszyklus. Umweltschonende Produktionsprozesse, energieeffiziente Produkte, intelligente Lichtmanagementsysteme und das richtige Recycling gehören zusammen. Die ÖGNI setzt sich daher für eine nachvollziehbare Lieferkette, sowie transparente Stoffströme ein. Die Arbeitsgruppe hat sich darauf geeinigt, im Zertifizierungsprozess jetzt auch Qualitätsmerkmale der Leuchten abzufragen. Halogenfreiheit, Silikonfreiheit, Cradle to Cradle Konzepte sowie eine Wertschöpfungskette, die mindestens zu 50 Prozent in Europa nachvollziehbar ist, sollen zukünftig im Zertifikat bewertet werden. Nachweise können mittels EPDs (Environmental Product Declarations) sowie über die jeweiligen Produktdatenblätter geliefert werden, heißt es.