Immobilien Magazin

Liebe Leserinnen und Leser!

Üblicherweise ist der Frühling ja die Zeit des Erwachens und des Aufbruches. Insofern ist in der österreichischen Immobilienwirtschaft derzeit eher ein wenig Herbststimmung eingekehrt.

Autor: Gerhard Rodler

Der Herbst ist ja üblicherweise eine Zeit, in der man ein wenig innehält. Analysiert, wie weit man gekommen ist. Ob der bisherige Weg gut und erfolgreich war. Und vor allem, ob das so absehbar weitergeht. Genau das passiert derzeit allerorts in der Immobilienbranche. In Österreich, wie auch in vielen anderen Ländern Europas. Fast alle in der Branche fragen sich: Wie lange geht dieser Aufwärtsschub so weiter? Wie lange kann er überhaupt noch so weitergehen? Die niedrigsten Zinsen in der jüngeren europäischen Wirtschaftsgeschichte waren ein Booster vor allem für die Immobilienbranche - im Development- ebenso wie im Investmentbereich. Irgendwann aber müssen sich die Zinsen wieder normalisieren. Und was kommt dann?

Ich gehe davon aus, dass es auch in diesem - irgendwann mit größter Wahrscheinlichkeit zu erwartenden - Fall keine dramatischen Ereignisse wie vor gut zehn Jahren geben wird. Denn was heute fehlt, das ist die reine Spekulation. Die alles in Besitz nehmende Gier, die zu irrationalen, zum Teil sogar verbrecherischen Aktionen am Immobilienmarkt geführt hatte. Wer heute am Markt ist und den damaligen Crash überlebt hat, der hat in aller Regel eine gesunde wirtschaftliche Basis. Ein reales Geschäftsmodell - in buchstäblich jeder Bedeutung dieses Wortes. Vor allem aber hat er eine gewisse Bodenhaftung bewiesen, die für eine Branche, in der es immer um die ganz großen Beträge geht, eigentlich Grundvoraussetzung sein sollte.

Wenn wir alle diese Fakten zusammenrechnen, dann steht die Immobilienbranche auch heute nicht vor einem neuen Herbst - sondern eher vor einem typischen Frühling. Da gibt es auch noch den einen oder anderen Sturm oder Kälteeinbruch. Die Zeichen ganz allgemein stehen aber dennoch weiter auf Wachstum.

Ich wünsche Ihnen damit einen angemessen großen Anteil am Frühlingskuchen unserer Branche, Ihr Gerhard Rodler

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