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Liquidität treibt den Markt

Neubautätigkeit auf niedrigem Niveau

Autor: Gerhard Rodler

Reinhard Madlencnik, Head of Real Estate Bank Austria steckt die Ziele : „Investoren auf der Suche nach Rendite treiben den Markt. Damit verzeichnete Österreich im ersten Halbjahr 2014 einen sehr starken Anstieg des Investitionsvolumens in kommerzielle Immobilien, wobei gut die Hälfte der Nachfrage aus dem Ausland kam. Laut Daten von CBRE wurden cirka 1,33 Milliarden Euro umgesetzt – das entspricht fast dem dreifachen Volumen des ersten Halbjahres 2013. Damit entwickelte sich der österreichische Markt deutlich dynamischer als der europäische Gesamtmarkt, der einen Anstieg des Investitionsvolumens in kommerzielle Immobilien auf 84 Milliarden Euro von knapp 68 Milliarden Euro im ersten Halbjahr 2013 verzeichnete. Der Marktanteil Österreichs erhöhte sich dadurch von unter 1 Prozent auf rund 1,6 Prozent im Vergleichszeitraum des Vorjahres.“ Stark nachgefragt blieben Einzelhandelsimmobilien, wobei sich der Verkauf des Shopping Centers G3 in Gerasdorf und des Shopping Center Nord gewichtig niederschlug. Auf Büros entfiel im ersten Halbjahr ein Anteil von knapp 30 Prozent, gefolgt von Wohnen und Hotels mit je rund 7 Prozent und gemischt genutzten Objekten mit 2 Prozent. Im Gegensatz zur dynamischen Entwicklung der Nachfrage nach Logistikimmobilien in vielen Teilen Europas spielt der Verkauf von Logistikimmobilien in Österreich (noch) keine Rolle. Der gesamte Investitionsausblick für die zweite Jahreshälfte 2014 ist ebenfalls ausgezeichnet (Stichwort Millennium Tower/City). Damit könnte 2014 ein neues Rekordvolumen an kommerziellen Immobilieninvestitionen erreicht werden.

Der Wettbewerb unter Banken am österreichischen Immobilienmarkt hat in den letzten Monaten spürbar zugenommen und die Margen sind unter Druck.

Der Wiener Büromarkt zählt weiterhin zu den stabilsten Büromärkten in Europa und weist im Vergleich mit anderen europäischen Städten eine moderate Leerstandsrate von 6,5 bis 7 Prozent auf. Ein Grund für diese stabile Entwicklung ist unter anderem die niedrige Neuproduktion bei vergleichsweise konstanter Neuvermietung. Die Neuproduktion von Büroflächen in Wien ist im Jahr 2013 gegenüber 2012 von 215.000 m² auf nur mehr knapp 150.000 m² gesunken.

2014 könnte das Neubauvolumen einen ähnlich niedrigen Wert erreichen und 2015 einen neuen Tiefstand erreichen. Obwohl die Neuflächenabnahme im ersten Halbjahr 2014 unterdurchschnittlich ausgefallen ist, wird bis Ende des Jahres wieder mit einer Vermietungsleistung auf vergleichbarem Niveau wie im Vorjahr gerechnet. Jones Lang La Salle (JLL) beurteilt alle zwei Jahre weltweit die Transparenz von Immobilienmärkten. Im Ranking 2014 wird der österreichische Immobilienmarkt als „transparent“ eingestuft und sichert sich damit seit Jahren seinen Platz unter den sehr gut entwickelten europäischen Märkten. Der österreichische Immobilienindex der Investment Property Datenbank (IPD) aus einem Portfolio von Büro-, Einzelhandels-, Gewerbe/Logistik-, Wohn- sowie sonstigen Immobilien zeigt, dass im Gesamtjahr 2013 der Gesamtertrag des untersuchten Österreichportfolios 5,7 Prozent (0,8 Prozent Wertänderungsrendite und 4,9 Prozent Netto-Cash-Flow-Rendite) betrug. Die jährliche Zeitreihe zeigt, dass die Netto-Cash-Flow-Rendite in Österreich in den letzten zehn Jahren relativ geringfügig um die 5 Prozent-Marke oszilliert hat. Damit wurde der österreichische Markt seinem Image, ein stabiler Markt zu sein, gerecht.