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Krisengewinner Logistik

Corona boostet Nachfrage in Deutschland

Autor: Charles Steiner

Während es Einzelhandelsimmobilien schon vor Corona schwer hatten und sich die Situation im Zuge des Lockdown noch einmal verschärft hat, gehen deutsche Logistikimmobilien ganz klar als Krisengewinner hervor. Mehr noch: Im ersten Halbjahr konnte in diesem Segment sogar ein weiterer Zuwachs erreicht werden. Rund drei Milliarden Euro sind in den ersten zwei Quartalen dieses Jahres in Logistikimmobilien investiert worden - um 22 Prozent mehr als im Vorjahr und drei Prozent über dem Fünfjahresschnitt, berichtet Colliers International in einer aktuellen Analyse. Bis zum Ende des Jahres könnten zwischen fünf und sechs Milliarden Euro umgesetzt werden.

Dank des ersten Quartals mit rund 1,9 Milliarden Euro einen neuen Rekord erreichte, konnte der Markt der Covid-19-Krise trotzen und im Vorjahresvergleich positive Zuwachsraten im Transaktionsvolumen verzeichnen, auch wenn die Monate April bis Juni eine eher gebremste Dynamik aufwiesen. Dabei muss berücksichtigt werden, dass bereits zum Jahresanfang eine gut gefüllte Deal-Pipeline vorherrschte und während der Krisenmonate vor allem die Transaktionen abgeschlossen wurden, die bereits in finalen Verhandlungen standen und in einigen Fällen mit Verzögerungen unterzeichnet wurden. Die Assetklasse kann sich auf dem gesamtgewerblichen Immobilienmarkt weiterhin als eine der drei wichtigsten Immobilientypen in Deutschland beweisen und den zweistelligen Marktanteil (11 Prozent) der letzten drei Jahre aufrechterhalten.

Während zu Beginn des Jahres zwei größere Portfolio-Transaktionen über den Tisch gingen, verzeichnete das zweite Quartal keinen einzigen Paket-Deal über 500 Millionen Euro. Ein Deal im dreistelligen Millionen-Bereich, das so genannte Maple-Portfolio, wurde Anfang Mai für rund 200 Millionen Euro registriert. Insgesamt belief sich das Volumen, das bis zur Jahresmitte durch Paketverkäufe generiert, wurde auf 1,2 Milliarden Euro, was einem Marktanteil von 39 Prozent und dem Vorjahreswert entspricht. Die durchschnittliche Brutto-Spitzenrendite in den wichtigsten Investmentzentren liegt derzeit stabil bei 4,2 Prozent (entspricht einer Netto-Rendite von etwa 3,75 Prozent). Hier wird eine noch stärkere Renditekompression erwartet.