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Logistikmarkt gibt wieder Gas

Europaweit wieder Wachstum

Autor: Gerhard Rodler

Ungeachtet der nach wie vor schwachen Konjunktur in Westeuropa waren die Nutzer- und Investmentmärkte für Logistikflächen über 5.000 Quadratmeter in der ersten Jahreshälfte 2013 wieder leicht im Aufwind. Der Erholungsprozess ist jedoch noch nicht abgeschlossen und verläuft in den einzelnen Ländern nach wie vor verschieden. Dies ergibt der aktuelle Logistikmarkt-Report Europa von BNP Paribas Real Estate (BNPPRE).

In Deutschland erstreckte sich die gute Marktperformance auf das gesamte Land und umfasste alle Größenklassen. Die Flächenumsätze stiegen in der ersten Jahreshälfte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 17 Prozent und erreichten mit einem Volumen von insgesamt 2,24 Millionen Quadratmetern das zweitbeste Ergebnis nach dem Rekordjahr 2011.

In Großbritannien legte der Flächenumsatz in der ersten Jahreshälfte 2013 im Vorjahresvergleich um 12 Prozent zu und erreichte ein Gesamtvolumen von 1,59 Millionen Quadratmetern. Im Gegensatz zu Deutschland und Großbritannien spiegelt der Trend auf dem französischen Logistikmarkt den Mangel an Vertrauen in die meisten Wirtschaftssektoren wider. Der Flächenumsatz bei Logistikobjekten in der Größenklasse über 5.000 Quadratmeter erreichte in der ersten Jahreshälfte ein Gesamtvolumen von 675.000 Quadratmetern – ein Minus von 18 Prozent.

In den Niederlanden belief sich der Flächenumsatz in der ersten Jahreshälfte 2013 auf 695.000 Quadratmeter – ein Plus von 40 Prozent. In Polen war die größte Transaktion ein maßgeschneidertes Projekt für Castorama, inklusive eines Verteilzentrums mit einer Fläche von 50.000 Quadratmetern zur Belieferung der landesweiten Filialen der Baumarktkette. Industrie-Investitionen im Bereich Logistik und Light Industrial behaupteten ihren Anteil von etwa 9 Prozent am Gesamtinvestitionsvolumen in Westeuropa. Besonders attraktiv für die Anleger sind Frankreich, Deutschland und die Niederlande, wo das Investitionsvolumen bereits wieder Vorkrisenniveau erreicht hat. In Großbritannien bleiben Industrie-Investments eine feste Größe innerhalb des Gesamtinvestitionsvolumens. Aufgrund der äußerst geringen Anzahl spekulativ errichteter Objekte sowie des eingeschränkten Flächenangebots rückten in den letzten beiden Quartalen vor allem Verteilzentren in den Fokus der Anleger. Insgesamt dürfte sich das Investitionsvolumen weder verringern noch deutlich erhöhen. In Spanien, Italien und Portugal waren die Industrie-Investitionen in den vergangenen 18 Monaten besonders niedrig und machen nur einen geringen Anteil am jeweiligen Gesamtinvestitionsvolumen aus. Die Risikoaversion ist nach wie vor hoch.