Immobilien Magazin

Lokaltipp der Woche: Das Palmenhaus

Auch Arbeitwütige wollen nach ihrem späten Feierabend noch ein paar Sonnenstrahlen einfangen - daher kennt auch fast jeder in Wien das Palmenhaus. Oder vielmehr die große Terrasse davor, denn dort kann man auf Grund der Parklage Jahr für Jahr die längsten Sonnenstunden genießen.

Autor: Barbara Bartosek

Vom Sitzen im Freien sind wir jedoch leider noch ein paar Grad entfernt und das Palmenhaus sei auch abseits der Schanigartensaison wärmstens empfohlen. Denn hier findet man nicht nur gepflegte Tischkultur in der imposanten Palmenhauskonstruktion aus dem Jahre 1822 vor, sondern auch eine ausgezeichnete Speisekarte mit einem besonderen Schwerpunkt auf Fischgerichte. Dazu gibt es eine tolle österreichische Weinauswahl, die von ein und derselben Sorte auch unterschiedliche Jahrgänge bereithält. Glasweise kann man sich durch eine kleine aber durchdachte Auswahl kosten. Und auch die Barkarte hat einiges für das After-work Treffen zu bieten.

Fisch unter Palmen

Wir empfehlen aber, sich hier in diesem geschichtsträchtigen Ambiente nicht auf Drinks zu beschränken, denn die Fischkarte hat einiges zu bieten. Als Vorspeise werden etwa Garnelen angeboten, die mit Avocado und Mango serviert werden - was wirklich gut harmoniert. Dazu gibt es ein knuspriges Körbchen, in dem ein Kräutersalat für Abwechslung sorgt. Als spielerisches Element wird auch noch ein Schälchen Chilipopcorn gereicht - darin steckt auch einen frischen und besonders scharfen Chili für alle, die es ernst meinen, mit der Würze. Die Kichererbsensuppe bleibt auch auf der exotischen Seite und wird sowohl mit frischen Koriander als auch mit dessen Samen gewürzt. Die cremige Konsistenz kommt erfreulicherweise ohne Sahne und Co aus.

Als Hauptgänge reüssierten dann eine zarte Lachsforelle mit sehr aromatischen Gemüse, und schön bissfesten Rosmarinkartoffeln, sowie eine Forelle im Ganzen, die gekonnt am Tisch filetiert wurde und von einer Haselnuss-Kräuterbutter sowie einer knackigen bunten Salatschüssel begleitet wurde. Alles schmeckt sehr frisch. Natürlich gibt es neben klassischen Fleischgerichten auch vegetarische und vegane Alternativen auf der Karte. Zum Beispiel Ravioli mit Frischkäsefüllung - die mit frisch-frühlingshaft-säurebetonten Tomatenfilets serviert und dezent mit Knoblauch abgeschmeckt wurden. Der gefüllte Zucchini ist ein besonders Hübscher von der runden Sorte, dessen Innenleben mit einer nussigen Quinoa-Gemüse-Mischung ausgestattet wird. Dazu gibt es eine Sauerrahm-Kräutersauce, bei der passend die Dille dominiert. Als Nachtisch locken Maroni Tiramisu, warmer Blutorangen-Muffin und Kokos Panna Cotta - da aber das Brotgedeckt mit Tomatenaufstrich bereits erfolgreich in der kurzen Wartezeit auf die Gerichte verführen konnte, müssen diese ein anderes Mal verkostet werden... Sehr freundliches und flottes Service in einzigartigem Ambiente - wir müssen definitiv nicht auf die warmen Monate warten, um den nächsten Ausflug ins Palmenhaus zu machen.

Bonuskategorie Raumhöhe: 10/10

Location: 10/10

Service: 9/10

Preis/Leistung: 9/10

Hundefreundlichkeit: 9/10

Getränkekarte: 8/10 (plus 1 Bonuspunkt für die Jahrgangstiefe)

Küche: 8/10

Feedback und Anregungen bitte an: b.bartosek@imv-medien.at

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