Immobilien Magazin

Lokaltipp der Woche: The Room

Wo lässt es sich am besten speisen? In dieser Woche rät der immo7, doch einmal in „The Room“ im Dritten Wiener Gemeindebezirk essen zu gehen.

Autor: Barbara Bartosek

Das zu 100 Prozent perfekte Lokal gibt es nicht - schon wegen der unterschiedlichen Anforderungen, die jeder von uns (übrigens abhängig von der aktuellen Lebenssituation und der Uhrzeit) an die absolut vollkommene Gastronomieleistung stellt. Aber es gibt glücklicher Weise Lokale, die der Sache schon sehr nahe kommen. Und die mittlerweile bewiesen haben, dass es sich bei ihrer Performance nicht nur um eine Momentaufnahme (durch besonders gute Konstellation der Sterne oder das Liebesglück des Koches) gehandelt hat - sondern, dass sie einfach verlässliche Lieferanten eines wunderbaren Gesamterlebnisses sind.

Dazu zählt „The Room“ im 3. Wiener Gemeindebezirk. Als moderner Rückzugsort mitten in der Stadt, unweit Wien Mitte und dem Prater - und mitten im Komplex der Sofiensäle - bietet es alles, was man businesswise suchen kann: Schanigarten, Indoor-Bar mit Outdoor-Effekt im Sommer, Restaurant mit intimen Kojen für heikle Gespräche und genügend Platz für große Gruppen und Events. (Ganz große Veranstaltungen können daneben in den legendären Sofiensaal ausgelagert werden.) Das absolut Wunderbare an diesem Szenetreff ist aber nicht die Lage oder das Konzept, sondern allem voran die Küche. Es wäre natürlich origineller unsere wöchentlichen Tipps mit einem etwas kritischerem Zugang zu starten - aber vier anspruchsvolle Testesser (und Wiederholungstäter) sind sich einig: Hier muss ausführlich gelobt werden. Bevor im Detail auf die Gerichte eingegangen wird, ist es nötig das Service hoch leben zu lassen. Trotz (für die Test-Tageszeit überraschend) überfülltem Lokal ist es der Mannschaft gelungen, durch und durch freundlich absolut jeden Extrawunsch zu erfüllen.

Das gilt übrigens auch für die Küche: Extrawünsche, halbe Portionen - kein Thema. Alles Verkostete im Detail zu diskutieren würde aber wohl Ihren Aufmerksamkeitsrahmen sprengen - jedenfalls haben von 17 bestellten Gerichten 17 die Erwartungen übertroffen.

Die Karte ist umfangreich aber durch die unterschiedlichen Rubriken sehr übersichtlich. Die einzelnen Speisen grenzen sich gut gegeneinander ab - Redundanzen finden sich keine. Dafür originelle Gestaltungen. So serviert man hier zum Beispiel den von Lokalkolorit nur so strotzende Wiener Gabelbissen als fein abgestimmtes pochiertes Ei mit roter Rübe, Avocado, Rauchgelee und selbst angesetztem grünen Gewürzöl. Auch vermeintlich einfache Gerichte kommen hier vielschichtig auf den Teller. So kommen Gnocchi Carbonara als flauschige kleine Wölkchen zum Gast und zergehen mit markant-würzigem Timbre regelrecht auf der Zunge. Würze wird aber stets in der richtigen Dosis eingesetzt - und stiehlt den tonangebenden Zutaten nicht die Show, wie beispielsweise beim fein abgestimmten Spargelrisotto, das als Zwischengang artgerecht-gemüsig erfreut und gleichzeitig einer Beruhigung der Geschmacksknospen gleich kommt. Die Filetspitzen waren trotz der schmalen Scheibchen innen ebenso perfekt wie das Filetsteak 'saignon'. Der Alpenlachs glasig und perfekt. Und wer auf Nachspeisen steht, der sollte unbedingt das Nugat in 3 Temperaturstufen probieren. Oder den Apfelstrudel, der als Strudelbonbon mit mousigem Innenleben serviert wird. Abschließend bleibt zu sagen, dass hier ein Niveau geboten wird, das aus der Preisgestaltung nicht herauszulesen ist. Die Speisen sind optisch schön und kreativ zusammengesetzt - aber immer mit Bedacht auf geschmackliche Harmonie. Wem dies zu viel Ablenkung für das Geschäftsgespräch ist, kann auf einen Frühstückstermin ausweichen. Die Frühstücksvariationen sind zwar auch sehr modern und qualitativ, stehlen aber den eigenen Themen womöglich nicht ganz so sehr die Show.

Preis/Leistung: 9/10

Weinkarte: 8/10

Service: 9/10 (plus 1 Bonuspunkt für Flexibilität)

Küche: 10/10

Location: 8/10

Hundefreundlichkeit: 9/10 (plus 1 Bonuspunkt für besonders relaxten Umgang mit dem Thema Hund)

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