immoflash

Luxuswohnen immer mehr Thema

Viertel aller Wohnungen in Wien über halber Million

Autor: Robert Rosner

Das städtische Leben bekommt in Österreich eine immer größere Bedeutung. Jedes Jahr strömen weit mehr Menschen in die heimischen Ballungsgebiete als Neubauwohnungen errichtet werden. Dies spiegelt sich auch in den Kaufpreisen für Eigentumswohnungen wider. Eine aktuelle Immobilienmarktanalyse von IMMOBILIEN.NET zeigt, dass der Anteil teurer Immobilien am gesamten Angebot immer höher wird. In Wien kostet bereits jede zweite Eigentumswohnung mehr als 300.000 Euro. Die Stadt Salzburg folgt knapp dahinter mit einem Wohnungsangebot von mehr als 45 Prozent über diesem Schwellenwert, vor Innsbruck mit 29 und Linz mit 25 Prozent. „In den vergangenen Jahren gab es einen starken Trend zur Sanierung von bestehenden Wohnungen in den großen heimischen Städten. Viele Immobilienbesitzer haben erkannt, dass sich die Aufwertung von Wohnungen lohnt. Dadurch hat sich die Anzahl von Eigentumsobjekten in Top-Zustand drastisch erhöht und damit auch die Preise“, erklärt Alexander Ertler, Immobilienexperte von IMMOBILIEN.NET, die hohe Anzahl teurer Wohnungen in den Ballungsgebieten.

Die Situation auf dem freien Wohnungsmarkt in der Bundeshauptstadt zeigt am drastischsten die Auswirkungen der Veränderungen am heimischen Immobilienmarkt. In der Innenstadt kosten mehr als 92 Prozent aller Eigentumswohnungen über 500.000 Euro. Die Wiener City ist jedoch traditionell ein exklusives Wohngebiet für sehr wohlhabende Menschen aus dem In- und Ausland. Weitaus auffallender ist, dass mittlerweile auch mehrere bürgerliche Bezirke zu Luxusregionen werden. In den Bezirken Wieden, Neubau, Josefstadt und Döbling muss man bereits für mehr als jede zweite Kaufwohnung auf dem Immobilienmarkt ebenfalls mehr als eine halbe Million Euro bezahlen. In den Bezirken Leopoldstadt, Landstraße, Mariahilf, Alsergrund, Hietzing und Währing liegt der Anteil der Luxuswohnungen zwischen einem Drittel und 50 Prozent.

Entfernt man sich von Wien, entspannt sich die Lage deutlich. Eigentumswohnungen über eine halbe Million Euro gibt es relativ wenig. Auch bei Preisen über 300.000 Euro ist das Angebot im Verhältnis zur Bundeshauptstadt weitaus niedriger. An der Spitze steht hier Tirol mit etwa 38 Prozent vor Salzburg mit 31 Prozent. In Kärnten, Niederösterreich, Vorarlberg und Oberösterreich kosten etwa ein Viertel der angebotenen Kaufwohnungen mehr als 300.000 Euro, in der Steiermark und im Burgenland sogar nur knapp 10 beziehungsweise 3 Prozent. Dennoch gibt es auch in den Bundesländern Trend-Regionen, die eine hohe Anzahl hochpreisiger Immobilien aufweisen. Vor allem die Landeshauptstädte und deren Umland sowie die Agglomeration rund um Wien folgen dem Trend der Bundeshauptstadt. Auffallend sind hier die Bezirke Wels Stadt mit einem Anteil von über 43 Prozent an Eigentumswohnungen über 300.000 Euro, Klagenfurt Land mit 41 Prozent, Wien Umgebung mit 36, Villach Land mit 34 und Mödling mit 32 Prozent. An der Spitze in den Bundesländern steht traditionell der Bezirk Kitzbühel, in dem vier von fünf Eigentumswohnungen mehr als 300.000 Euro kosten.

Weitere Artikel

  • » Hälfte der Wiener Wohnungen über 300.000 Euro – 45,5 Prozent aller Eigentumswohnungen ... mehr >
  • » Wo die Reichen Österreichs wohnen – Die Bundeshauptstadt Wien führt das Ranking der ... mehr >
  • » Immopreise: Salzburg schlägt Wien – Mit Immobilienpreisen von 4.823 Euro pro Quadratmeter ... mehr >

Kommentare

Hermann G. | 22.04.2014 18:36

Scheinbar findet das Angebot aber (noch?) Käufer. Bei genauere Betrachtung sieht man allerdings schnell dass es vor allem die unterbewerteten inneren Bezirke (Brigittenau, Leopoldstadt) sind in denen noch gekauft wird. Hier findet eine massive Gentrifizierung, ein Austasch der Wohnbevölkerung, statt. Äußere Bezirke (Transdanubien) kommen für Luxuskunden nicht in Frage. Verkäufer werden dort auf ihren 500.000EUR noch länger sitzen bleiben.

David PAUL | 22.04.2014 14:40

Es ist wohl eher so, dass "Luxuswohnungen" immer schwerer verkäuflich werden.