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Makler-Bestellerprinzip kommt nicht gut

Negative Signale aus Deutschland

Autor: Gerhard Rodler

In Deutschland wurde im Juni 2015 das sogenannte Bestellerprinzip bei der Vermietung von Wohnimmobilien gesetzlich verankert. Anfallende Maklerkosten muss nun derjenige bezahlen, der den Makler beauftragt hat - in der Regel der Vermieter. Seit einiger Zeit wird auch in Österreich die Einführung dieser Regelung zumindest diskutiert. Grundsätzlich wird das Bestellerprinzip von der Mehrheit der Befragten wenig überraschend abgelehnt (73 Prozent). 80 Prozent erwarten im Fall einer etwaigen Einführung des Gesetzes, dass es zu einem Rückgang der Vermietungsaufträge kommt, weil Vermieter dann ohne Zutun eines Maklers vermieten würden. Man fürchtet die Gefährdung von Arbeitsplätzen (47 Prozent) und sieht das persönliche Geschäftsmodell in Gefahr (38 Prozent). Drei Viertel der Makler rechnen mit persönlichen Umsatzeinbußen. Jeder vierte Makler glaubt gar, dass das Bestellerprinzip seine wirtschaftliche Existenz gefährden könnte. Immerhin geben 9 von 10 Befragten an, Immobilien zu vermieten, bei jedem dritten bilden Mietimmobilien einen bedeutenden Anteil des Unternehmensumsatzes.

Aufgrund der angespannten Objektsituation gewähren derzeit etwa zwei Drittel der Makler Vermietern Rabatte auf die Provisionen, jeder Fünfte gibt an, zur Zeit gänzlich auf Vermieterprovisionen zu verzichten.

Viele Makler werfen den Verantwortlichen in der Diskussion reine Symbolpolitik vor (38 Prozent) und zweifeln die Wirksamkeit der Regulierung für den Wohnungsmarkt an: Das Bestellerprinzip gehe am tatsächlichen Problem, dem Wohnungsmangel in den Großstädten, vorbei (34 Prozent).

Jeder fünfte Befragte hingegen würde ein „Bestellerprinzip“ auch hierzulande befürworten. Die Befürworter würden sich vor allem eine Verbesserung des Branchenimages erhoffen (67 Prozent) und werten das Bestellerprinzip im Vergleich zur aktuellen Situation als fairer (57 Prozent). Auch hofft man auf eine Auslese in der Branche: Knapp ein Drittel würde erhoffen, dass damit schlechte Makler vom Markt verschwinden (29 Prozent).