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MAPIC zeigt Grenzen auf

Radikale Trends auf weltgrößter Retailmesse

Autor: Gerhard Rodler

Auf der zurückliegenden MAPIC, die weltgrößte Kongreßmesse für Einzelhandels- und Hotelimmobilien, ließen sich in diesem Jahr erste Anzeichen einer radikalen Veränderung des Marktes für Einzelhandelsimmobilien erkennen.

Vor allem für die meisten europäischen Destinationen, vor allem auch Österreich, gilt eindeutig: Während die Geschäfte in diesem Herbst 2014 nach wie vor intensiv „brummen“ könnte es so etwas wie das letzte große Aufflackern gewesen sein. Nach wie vor sind noch einige Expansionsmanager auf der Suche nach zusätzlichen Verkaufsflächen, die meisten von ihnen sind aber eher auf der Suche nach Ersatzflächen für nicht mehr gut gehende Standorte. Dieser Trend ist noch relativ neu. Hier auf der MAPIC schätzen die vielen Teilnehmer, dass jeder fünfte bis jeder vierte Quadratmeter in Fachmarktzentren innerhalb des kommenden Jahrzehntes in Mitteleuropa - Österreich eingeschlossen - nur noch schwer vermietbar sein werden. Die meisten Expansionsmanager bleiben damit ausgelastet. Das zeigt auch die Entwicklung der Besucherzahlen auf der diesjährigen MAPIC: Geringfügig mehr Gesamtteilnehmer, etwa gleich viel Handelsunternehmen, die signifikant mehr Marken repräsentierten. Und: Der Online-Handel geht künftig auch stationär. Der erste Google-Laden hat in Deutschland eröffnet, Amazon bereitet seinen ersten Laden in New York vor. Überhaupt gingen alle am Digital Summit im Vorfeld zur MAPIC davon aus, dass online ohne stationären Handel nicht überlebensfähig sein wird - und umgekehrt. Während Zug um Zug viele Marken, auch aus dem Luxussegment, in die Outletstores abwandern könnten, suchen die neuen Markteilnehmer ganz gezielt die besten Innenstadtlagen.

Während damit die superteuren City-Bestlagen noch teurer werden, lässt die Suche nach Großflächen deutlich nach. Große Hypermärkte, neue Baumärkte oder auch Möbelhäuser - sie alle legen jetzt einmal europaweit ein Päuschen ein. Stattdessen suchen die Expansionsmanager unserer Einzelhandelskunden eher Standardflächen, am besten mit rund 100-200 m² Verkaufsfläche und 10 Meter Auslagenfront, um sich in Zeiten des Online Handels entsprechend präsentieren zu können.