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Massive Abflüsse aus UK-Immofonds

Anleger befürchten offenbar Marktüberhitzung

Autor: Linda Kappel

Anleger flüchten derzeit aus britischen Immobilienfonds. Im Februar wurde aus Sorge um einen kollabierenden UK-Immobilienmarkt so viel Kapital abgezogen wie in 2008 nicht mehr, berichtete vor kurzem die Financial Times (FT). Laut britischer Investment Association gab es bei den Immobilienfonds, die hauptsächlich in Gewerbeobjekten investiert sind, Abflüsse seitens der Privatanleger in Höhe von nahezu 120 Millionen Pfund - im Januar waren es nur 28 Millionen. Die Assetklasse lag 2015 noch stark in der Gunst der Investoren und hat seitdem aber einen Negativ-Turnaround erlebt. Es könnte gut sein, dass sich das erste Quartal 2016 als der erste Zeitraum mit Nettomittelabflüssen seit 2010, seitdem die Investment Association monatliche Daten zur Verfügung stellt, herausstellt.

Halten die Abflüsse an, könnten Fondsmanager gezwungen sein, Objekte auf den Markt zu bringen. „Offene Immobilienfonds funktionieren nicht“, wird Danny Cox, zertifizierter Finanzplaner bei „fund supermarket“ in Hargreaves Lansdown, von der FT zitiert. Man wird an die Situation deutscher offener Immobilienfonds erinnert, die ab 2009 unter Druck gerieten.

Eine Reihe dieser Fonds hatte damals die Rücknahme von Fondsanteilen für längere Zeit „zum Schutz der Anleger“, wie argumentiert wurde, ausgesetzt, da ja zur Erfüllung der Rückgabewünsche die Vermögenswerte im Lichte der Finanzkrise nur mit erheblichen Abschlägen zu veräußern gewesen seien. Dies führte in Deutschland zu Änderungen (Stichwort Kapitalanlagegesetzbuch), wonach Anleger bestimmte Haltefristen einhalten und sonstige Fristen abwarten müssen, ab der sie nach Entschluss zum Verkauf ihrer Anteile ihr Geld ausbezahlt bekommen. Aktuell halten jedoch Vermögensverwalter die Liquiditätssituation in den britischen Fonds für ausreichend, um durch Anteilsveräußerungen nicht ins Schleudern zu geraten.

Den Fondsmanagern seien der Probleme in der Finanzkrise noch gut erinnerlich. Allerdings haben auch die größten britischen Real Estate Investment Trusts (REITs) von Anfang Dezember 2015 bis Ende Februar Performance-Verluste von bis zu 20 Prozent hinnehmen müssen.