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Mehr Geld für's Wohnen

Immobilien unter 150.000 Euro rückläufig

Autor: Charles Steiner

Nicht nur die Eigentumspreise steigen, die Österreicher scheinen auch bereit zu sein, mehr für ihre Wohnung auszugeben. Und gerade jetzt im Zuge der Pandemie sind die Österreicher auf Suche nach Wohneigentum - wer Eigenkapital hat, der betonvergoldet es. Das geht aus einer aktuellen, mehrjährigen Analyse von willhaben.at und IMMOunited hervor. Allerdings dürfte der Umstand, wonach der Anteil günstiger Wohnungen bei den Transaktionen erheblich gesunken ist, notgedrungen sein, denn das Angebot an Wohnungen unter der 150.000 Euro-Marke ist begrenzt. „Dass Wohnraum in den Landeshauptstädten im Schnitt teurer geworden ist, zeigt die Auswertung deutlich. 2019 wurden durch knapp 19.500 Wohnungstransaktionen fast 5,4 Milliarden Euro generiert. 2013 gab es zwar rund 10.000 Kaufvertragsabschlüsse mehr, allerdings 'nur' zu 4,7 Milliarden Euro Volumen“, analysiert Judith Kössner, Head of Immobilien bei willhaben. Dieser Trend scheint sich weiter fortzusetzen. Im ersten Halbjahr 2020 lag das Gesamtvolumen bereits bei über 3,1 Milliarden Euro. Zudem zeigt sich diese Entwicklung auch in der Detailbetrachtung der einzelnen Preissegmente: 2013 wurden ca. 41,5 Prozent aller Wohnungen in den Landeshauptstädten um bis zu 150.000 Euro verkauft. Im Jahr 2020 waren es nur noch 20,5 Prozent. Mehr als zwei Drittel der insgesamt 3,1 Milliarden Euro aus dem ersten Halbjahr wurden in Wien umgesetzt. Durch den Verkauf von rund 6.500 Objekten kamen über 2,1 Milliarden Euro zusammen. Dahinter folgt Graz mit rund 270 Millionen Euro. Auf Platz drei liegt Innsbruck. Hier wurden knapp 222 Millionen Euro generiert. In Wien sei dabei der Anteil jener Wohnungen am Gesamttransaktionsgeschehen auf 15 Prozent gefallen - von rund 37 Prozent im Jahr 2013.

Für die Auswertung wurden Wohnungstransaktionen aus den Jahren 2013, 2016, 2019 sowie das 1. Halbjahr 2020 analysiert und in die Preissegmente „günstig“ (bis 150.000 Euro), „mittel“ (150.000 - 300.000 Euro), „gehoben“ (300.000 - 500.000 Euro) und „teuer“ (über 500.000 Euro) unterteilt.