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Mehr Insolvenzen in Bauwirtschaft

Dennoch Unternehmenspleiten auf Rekordtief

Autor: Charles Steiner

Die Coronapandemie hat auch die heimische Wirtschaft fest im Griff. Denn obwohl sich diese trotz der Restriktionen im ersten Quartal auf dem tiefsten Niveau seit 1977 befinden, hängt die weitere Entwicklung sowohl von der Dauer der Pandemie als auch wesentlich vom Fortbestand der Coronahilfen vonseiten der Bundesregierung ab. Derzeit befindet sich die heimische Wirtschaft nämlich in einer Art künstlichem Tiefschlaf. Laut dem Kreditschützer KSV 1870 seien die Firmenpleiten gegenüber dem ersten Quartal 2020 jedenfalls um 59 Prozent gesunken.

Interessant in diesem Zusammenhang ist auch, wenn man sich die Insolvenzen nach Branchen betrachtet. Im Jahr 2021 gibt es mit der AIK Energy Austria GmbH und der „die Eigentum“ Wohnungs- und Siedlungsgesellschaft m.b.H. (immo7 News berichtete) bislang nur zwei Großinsolvenzen mit Passiva von jeweils über 10 Millionen Euro. Im Vergleich zum Vorjahr ist es im Branchen-Ranking zu teils deutlichen Verschiebungen gekommen. Während im Jahr 2020 die Bereiche „Unternehmensbezogene Dienstleistungen“ und das Gastgewerbe ganz vorne zu finden waren, ist es jetzt trotz allgemein guter Auftragslage die Bauwirtschaft (28 Prozent aller Insolvenzen), gefolgt von untern. Dienstleistungen (21 Prozent) und dem Gastgewerbe(10 Prozent). Der Grund für die Verschiebung ist laut Karl-Heinz Götze, Leiter KSV1870 Insolvenz, klar: „Die Gastronomie ist mit am stärksten von der Krise betroffen, weshalb die staatliche Unterstützung verhältnismäßig hoch ausfällt. Der harte Aufprall wird für viele Gastronomen spätestens dann erfolgen, wenn der künstliche Eingriff durch die Regierung beendet wird.“

Überhaupt sieht Götze die staatlichen Unterstützungen als zu undifferenziert an. Er plädiert für ein Ende des Gießkannenprinzips, da dadurch noch mehr Firmen beim Auslaufen bedroht werden könnten: “Wenn der eigene Betrieb in finanzielle Schieflage geraten ist, ist es sinnvoll, lieber heute als morgen eine Sanierung anzustreben. Auf diese Weise kann noch gerettet werden, was zu retten ist. Hier geht es ganz besonders auch um Jobs und die Existenz der Menschen, die nicht leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden darf."