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Mehrgenerationenwohnungen kommen

Die Bevölkerung altert und verändert Wohnungsanforderungen

Autor: Gerhard Rodler

Die Ansprüche an die ideale Wohnung ändern sich gerade wieder grundlegend. Bis jetzt gilt: Die dörfliche Gemeinschaft, die das Zusammenleben der Generationen bis Mitte des 20. Jahrhunderts gefördert hatte, wird zunehmend seltener, generationenübergreifende Begegnungsräume werden weniger. "Unsere Gesellschaft befindet sich derzeit in einem Alterungsprozess, der zahlreiche gesellschaftliche Herausforderungen mit sich bringt. Diese demografische Entwicklung fordert nachhaltige Lösungen von der Politik. Im Sinne einer verantwortungsbewussten Raumplanung spielt dabei auch der Wohnbau eine wesentliche Rolle. Es gilt auf die wachsenden Bevölkerungszahlen in den Ballungszentren gleichermaßen zu reagieren, wie auf die soziodemografische Konstellation der Stadtbewohner", so Manfred Url, Generaldirektor der Raiffeisen Bausparkasse und Gastgeber des Business Breakfast, das kürzlich in der Sky Conference der Raiffeisen Zentralbank am Wiener Stadtpark stattfand. "Die Nachfrage nach zukunftsorientierten und flexiblen Wohnkonzepten, die sich generationenübergreifend nutzen lassen, steigt. Das nehmen auch wir als Wohnbaufinancier wahr", erläuterte Url weiter.

Vor allem im Alter geht es darum, sich mit Neuem und Ungewohntem auseinanderzusetzen, um sonst entstehende Einsamkeit zu vermeiden. Politisch sind hier Konzepte im Bereich soziale Nachhaltigkeit, die Lösungsansätze bieten, gefordert. Die Idee des Generationenwohnens zählt dazu. Flexible Wohnformen ermöglichen situationselastische Wohnraumaufteilungen, die das gemeinsame Wohnen mehrerer Generationen und die Integration von behinderten bzw. bewegungseingeschränkten Familienmitgliedern erlauben. "Einerseits generationenübergreifende Beziehungen leben, andererseits auch neue soziale Netzwerke aufbauen; das ist ein Aspekt von Generationenwohnen. Eine optimale Wohnsituation berücksichtigt ein nachbarschaftliches Netzwerk, das Gemeinschaftsleben und Nachbarschaftshilfe gleichwertig wertschätzt. Die Architektur ist gefordert, nachhaltige Konzepte zu entwickeln, die die Lebensqualität von jüngeren und älteren Bewohnern gleichermaßen verbessert und soziales Bewusstsein und Verantwortung fördert", führte Markus Zilker, Gesellschafter des Architekturbüros Einszueins Architektur und Architekt einiger Generationenwohnen-Projekte, aus.