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Neue Widmungskategorie dämpft Bau

Markt für ungewidmete Grundstücke erliegt

Autor: Charles Steiner

Die neue Widmungskategorie „geförderter Wohnbau“ führt in den kommenden Jahren zu einem Rückgang des Neubauvolumens. Mehr noch: Der Markt für ungewidmete Grundstücke ist gar zum Erliegen gekommen, Verkäufer würden zunehmend abwarten. Dem gegenüber sind die ohnehin nur sehr begrenzt verfügbaren gewidmeten Grundstücke wiederum teurer geworden. Das geht aus dem Ersten Wiener Wohnmarktbericht hervor, der von EHL und Buwog heute Vormittag vor Journalisten präsentiert wurde. „Noch können Bauträger auf Grundstücksreserven zurückgreifen, aber der Zukauf wird immer schwieriger“, sagt Buwog-Geschäftsführer Andreas Holler.

Jedoch: Das heurige Fertigstellungsvolumen von rund 19.000 Wohnungen, von dem zwischen 60 und 70 Prozent Mietwohnungen sein werden, hatte aber mitunter dazu geführt, dass die Mieten mit einem plus von 1,5 Prozent nur moderat ansteigen, während die Kaufpreise - je nach Lage - zwischen 3,75 und 4,25 Prozent ansteigen werden.

Die hohen Fertigstellungsvolumina von im Vorjahr rund 15.000 und heuer rund 20.000 Wohneinheiten ergeben sich durch das sprunghafte Bevölkerungswachstum zwischen 2015 und 2017, wo „außergewöhnlich viele“ Projekte gestartet und jetzt fertiggestellt werden würden. Mittlerweile zeige sich aber das Bevölkerungswachstum aber eher verhalten, weswegen der Nachfrageüberhang abgearbeitet werden konnte. Stärker hingegen ist die Nachfrage für Eigentumswohnungen geworden, weswegen der Preisanstieg nach wie vor deutlich über der Inflationsrate liege, so Sandra Bauernfeind, Chefin von EHL Wohnen. Zusätzlich habe sich auch die Definition von guten Lagen verschoben, was sich darin zeigt, dass der Preisabschlag zu traditionellen Wohnlagen immer kleiner wird.

Die Buwog selbst startet heuer in Wien ca. 1.800 Wohneinheiten, erklärt Daniel Riedl, Vorstand bei der Vonovia und zuständig für das Österreich-Geschäft der Buwog. Das sei fast das zehnfache des Fertigstellungsvolumens von 2019. Man weise nach wie vor einen umfangreichen Liegenschaftsbestand für Nachfolgeprojekte auf. Generell verlagere die Buwog ihre Strategie mehr vom Bau von Eigentumswohnungen in Richtung Entwicklung von Mietwohnungen, die im Bestand gehalten würden. Bei den heuer fertiggestellten 380 Wohnungen seien 100 Prozent Mietwohnungen, jene, die heuer gestartet werden, hätten einen Anteil von 45 Prozent.