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Mietendeckel verringert Angebot

Hohe Nachfrage bei sinkendem Angebot

Autor: Charles Steiner

Der Berliner Mietendeckel, der mit dem heurigen 23. November schlagend wird, hat dem angespannten Wohnungsmarkt keine Entlastung gebracht. Das konstatiert eine Analyse von ImmoScout24, die den Markt im Vorfeld erhoben hatte. Allein durch den Umstand, dass der Mietendeckel gesetzlich fixiert wurde, hatte bereits spürbare Auswirkungen auf den Markt: Innerhalb eines Jahres (Sept. 2019 bis Sept. 2020) sanken die Angebotsmieten für vom Mietendeckel betroffenen Wohnungen um 5 Prozent, von durchschnittlich 12,91 Euro im September 2019 auf 12,26 Euro pro Quadratmeter im September 2020. Das große Aber: Das Gesamtangebot an Mietwohnungen in Berlin hat sich innerhalb eines Jahres um 41,5 Prozent verringert (Sept. 19 bis Sept. 20). Dieser Effekt wird fast vollständig durch  Bestandsmietwohnungen, die vor 2014  fertig gestellt  wurden, hervorgerufen. So ist das Angebot in diesem Segment  im selben Zeitraum um 59,1 Prozent gesunken. Das Resultat daraus: Seit Februar explodierte die Anzahl der Kontaktanfragen im Jahresvergleich pro Inserat für Wohnungen mit Fertigstellung vor 2014 im dreistelligen Prozentbereich. Im September lag dieser Wert sogar bei 172 Prozent im Vergleich zum vorigen Jahr. Demnach ist der Nachfragedruck für die vorhandenen Mietangebote stark angestiegen. Thomas Schroeter, Geschäftsführer von ImmoScout24: „Auch wenn die Mietpreise für Wohnungen mit Fertigstellung vor 2014 in Berlin gesunken sind, führt der Mietendeckel nicht zu einer Entlastung auf dem Berliner Wohnungsmarkt. Im Gegenteil. Das Gesamtangebot an preiswertem Wohnraum hat sich durch den Mietendeckel verringert. Damit verschärft die gesetzliche Regelung die Wohnungssuche in Berlin.“