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Mogelpackung zum Tag: GmbH light

Von echten Gründern wird sie links liegen gelassen

Autor: Gerhard Rodler

Unter den 800 „Neugründungen“ von GmbH light wurden 96 von bereits bestehenden Unternehmen gegründet. Bei 655 fungieren Personen als Gesellschafter, die bei mindestens einem weiteren Unternehmen als Eigentümer vermerkt sind oder waren, teilweise mit bis zu 30 derartigen Funktionen. Bleiben lediglich bescheidene 49 wirkliche Newcomer.

Nach einem Monat konnte man es noch nicht sicher sein, doch jetzt festigt sich das Phänomen, das für viele Kritiker der GmbH light von Anfang an klar war: Die GmbH light ist eine gute Gelegenheit, Eigenkapital zu reduzieren. Wirkliche Gründer nutzen diese Rechtsform kaum.

„Damit sich die Gründung einer GmbH light lohnt, bedarf es eines Gewinnes von mehr als EUR 100.000,- p. a. Denn auch wenn weniger Eigenkapital gezeichnet werden muss, so ist doch die Unternehmensform GmbH kostenintensiver als die Führung eines Einzelunternehmens“, begründet Roland Führer, Geschäftsführer der KSV1870 Information GmbH, die Zurückhaltung der echten Gründer: „Investiertes Eigenkapital bleibt im eigenen Unternehmen und kommt diesem zugute. Die Kosten der doppelten Buchhaltung, Notariatskosten, etc. müssen vom Gründer zusätzlich getragen werden und diese Aufwendungen sind bei der Gründung eines Einzelunternehmens um einiges geringer.“