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Motel One leidet

102 Millionen Euro Verlust

Autor: Charles Steiner

Die Motel One hat die Coronakrise hart getroffen. In der heute veröffentlichen 2020er-Bilanz musste die Hotelkette - erwartbar - nicht nur einen 63-prozentigen Umsatzrückgang hinnehmen, sondern vielmehr auch einen Verlust von 102 Millionen Euro. Allerdings schmelzen, so Motel One, die Reserven immer mehr dahin, in Deutschland habe man noch keine Coronahilfen erhalten, so Motel One in einer Aussendung. Allein die Liquiditätsreserve und eine hohe Eigenkapitalbasis lassen Motel One die Krise überstehen. Allerdings: Die Liquiditätsreserve schrumpfte um mehr als 100 Millionen Euro und konnte nur durch die Verschiebung von Investitionsvorhaben, dem Cash-Zufluss aus der Immobilientransaktion des Vorjahres und einem Dividendenverzicht stabilisiert werden. Das Eigenkapital reduzierte sich coronabedingt um 16 Prozent auf 462 (Vj. 547) Millionen Euro, die Eigenkapitalquote sank von 82 Prozent auf nunmehr 66 Prozent.

In den sieben österreichischen Häusern betrug die Auslastung ebenfalls nur 28 Prozent (2019: 83 Prozent), so dass sich der Umsatz hierzulande von 59 Millionen Euro auf 21 Millionen Euro verringerte. In Österreich weist das Ergebnis vor Steuern EBT einen Verlust von 9,5 Millionen Euro aus - im Gegensatz zu einem Gewinn im Vorjahr von 12,5 Millionen Euro.

Eher pessimistisch sieht Motel One auch den Ausblick für das heurige Jahr: Während in zahlreichen Branchen der Wirtschaft wieder Gewinne erwirtschaftet werden können, befindet sich die Hotellerie bereits im fünften Monat in Folge im zweiten Lockdown. Eine Öffnungsperspektive will die Politik in Deutschland wie in Österreich wegen der wieder steigenden Infektionszahlen nicht geben. Durch diese sich lang hinziehenden Einschränkungen wird auch das Geschäftsjahr 2021 ein weiteres Krisenjahr mit erneut hohen operativen Verlusten. Die Motel One Gruppe rechnet in der Hotellerie mit einer Erholung der Nachfrage auf Vor-Corona-Niveau ab Herbst 2023.