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München ganz oben

... aber Industrie- und Logistikflächen mit rückläufiger Vermietung

Autor: Gerhard Rodler

Der Münchner Markt für Industrie- und Logistikflächen erfreut sich nach Angaben von Colliers International weiterhin einer hohen Flächennachfrage, die sich allerdings in der ersten Jahreshälfte nur bedingt in den Vermietungszahlen widerspiegelt. Mit 88.500 m² neu angemieteter Fläche wurde der Halbjahresstand aus dem Vorjahr um ca. zehn Prozent unterboten. Nicht berücksichtigt sind hierbei Eigennutzer sowie anteilige Büro- und Sozialflächen. „Während im Vorjahreszeitraum fünf Mietverträge mit mehr als 5.000 m² Fläche geschlossen wurden, waren es in der ersten Jahreshälfte nur zwei Abschlüsse. Dies ist der Grund für die gesunkene Vermietungsleistung“, erläutert Tobias Seiler, Research Analyst bei Colliers International München. Mit 47 Vermietungen wurde exakt die gleiche Anzahl an Abschlüssen erreicht wie im Vergleichszeitraum 2013. Die Marktdynamik bleibt also intakt. „Wir beobachten, dass die Entscheidungsprozesse der Mieter zunehmend länger werden und sich Mieter eine möglichst hohe Flexibilität in Form von kürzeren Mietvertragslaufzeiten wünschen“, erläutert Samuel Recca, Industrie- und Logistikexperte bei Colliers International München.

Das Angebot an Industrie- und Logistikflächen der neuesten Generation mit mindestens 5.000 m² zusammenhängender Hallenfläche bleibt auch in diesem Jahr überschaubar. Zur kurzfristigen Anmietung stehen innerhalb des gesamten Marktgebiets lediglich 54.000 m² zur Verfügung, was einer Leerstandsquote von 3,4 Prozent bei Flächen der neuesten Generation entspricht. Die Leerstandsflächen beschränken sich hierbei auf die Teilmärkte nordöstlich von München in Richtung Flughafen und im Nordwesten in Richtung Bergkirchen. Zu den wenigen großflächigen Neubauprojekten zählt eine Entwicklung in Parsdorf mit mehr als 30.000 m² Logistikfläche. „Das Angebot an neuen Flächen bleibt knapp, und das Neubaufertigstellungsvolumen ist vor allen Dingen aufgrund der hohen und an einigen Standorten steigenden Grundstückspreise weiterhin überschaubar“, sagt Seiler.

Während in den letzten beiden Jahren der Mietpreis trotz knappen Angebots eine Seitwärtsbewegung zeigte, ist seit Ende des vergangenen Jahres zunehmend eine Anpassung der Mietpreise nach oben zu beobachten. „Der Markt bietet nur noch wenige niedrigpreisige Lagerflächen bis 5,50 Euro pro Quadratmeter, da selbst ältere Bestandsobjekte zu Durchschnittspreisen angeboten werden“, so Recca. Für Class-A Objekte im Umland liegt die Miete derzeit bei durchschnittlich 6,40 Euro und im Stadtgebiet bei 8,95 Euro pro Quadratmeter. Für Bestandsflächen waren im Mittel bei 5,90 Euro pro Quadratmeter zu entrichten. 40 Prozent der Fläche wurde zu einem Mietzins von 5,00 bis 6,00 Euro pro Quadratmeter vermietet, immerhin 19 Prozent der Fläche wurde für mehr als 7,00 Euro pro Quadratmeter belegt. „Wir gehen davon aus, dass in der zweiten Jahreshälfte ein leichter Anstieg bei der Nachfrage zu verspüren sein wird, der sich dann auch deutlicher in den Vermietungszahlen niederschlagen wird. Kurz vor Halbjahresfrist standen mehrere großflächige Mietverträge kurz vor Abschluss, die sich in den kommenden Monaten im Umsatz bemerkbar machen werden, so dass ein starkes drittes Quartal zu erwarten ist“, führt Kurt Zauner, Experte für Industrie- und Logistik bei Colliers International München, aus. So ist nach Angaben von Colliers International trotz des Rückgangs zum Halbjahr mit einem insgesamt zufriedenstellenden Jahresergebnis von bis zu 200.000 m² zu rechnen.