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Münchner Investmentmarkt stabil

Nur knapp hinter Niveau vom Vorjahr

Autor: Charles Steiner

Der Münchner Investmentmarkt hat sich trotz der Corona-Pandemie als erstaunlich stabil erwiesen. Wie BNP Paribas Real Estate in einer aktuellen Analyse mitteilt, wurde mit einem Transaktionsvolumen von 2,1 Milliarden Euro im ersten Halbjahr das Ergebnis vom Vorjahr nur um knapp vier Prozent verfehlt. Damit liege man ziemlich genau im Zehnjahresschnitt.

Als Konsequenz des Lockdowns mit den einhergehenden Kontaktbeschränkungen blieb allerdings auch in München das Ergebnis des zweiten Quartals hinter dem ersten Quartal zurück, da einige größere Deals mit intensiven Due Diligence Prozessen zeitweilig "on hold" gesetzt wurden. Von April bis Juni wurden demzufolge nur 940 Millionen Euro umgesetzt, 39 Prozent weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Anders als in den beiden vergangenen Jahren falle der Anteil der Großabschlüsse im dreistelligen Millionenbereich mit lediglich 27,5 Prozent ausgesprochen gering aus und liegt um rund die Hälfte niedriger als im Vorjahreszeitraum, so BNP Paribas Real Estate. Insgesamt seien bislang nur drei entsprechende Deals gezählt worden. Verantwortlich hierfür ist vor allem die Verzögerung von Großtransaktionen aufgrund der Lockdown-Auswirkungen. Am meisten investiert wurde im ersten Halbjahr deshalb in Objekte zwischen 25 und 50 Millionen Euro, die gut 31 Prozent zum Gesamtumsatz beisteuern. Aber auch kleinere Abschlüsse bis 25 Millionen Euro kommen auf einen Anteil von rund 21 Prozent.

Im ersten Halbjahr hätten sich besonders zwei Anlegertypen, die zusammen für gut die Hälfte des Umsatzes verantwortlich seien, besonders hervorgetan. Auf Position eins finden sich Versicherungen mit einem Anteil von knapp 28 Prozent. Der mit Abstand überwiegende Teil des Volumens entfällt dabei auf die beiden erwähnten Großdeals. Auf Rang zwei folgen nicht überraschend Spezialfonds, die knapp 24 Prozent zum Ergebnis beitragen.

Auf knapp 57 Prozent fällt der Umsatzanteil auf Büroimmobilien. Auf Platz zwei folgen Einzelhandelsobjekte mit 13 Prozent, wobei das meiste Volumen hierbei aus Anteilsverkäufen bestehender Portfolios resultiert. Hotelverkäufe konnten ihren Beitrag aufgrund eines noch sehr guten ersten Quartals sogar fast verdoppeln und kommen auf gut 8 Prozent.

Bei den Renditen seien, so BNP Paribas Real Estate, bislang trotz Corona-Auswirkungen keine wirklichen Anpassungsprozesse zu beobachten gewesen, auch wenn verteuerte Finanzierungen in der Regel eingepreist werden. Im Core-Bereich seien die Preise aufgrund der unverändert großen Nachfrage bislang aber stabil geblieben.