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Münchner schauen in Wien vorbei

Investoren entdecken Immobilienmarkt Wien

Autor: Gerhard Rodler

Die Melange aus Bevölkerungswachstum, moderat steigenden Immobilienpreisen und dynamischer Stadtentwicklung rückt Österreichs Hauptstadt verstärkt in den Fokus ausländischer Investoren. „Wir beobachten nicht nur eine zunehmende Nachfrage von Anlegern aus dem süddeutschen Raum, die sich wegen der besonders in München stark gestiegenen Preise für Wohnimmobilien neu orientieren. Wien profitiert ebenso vom allgemeinen Run institutioneller Investoren auf Europa“, sagt Marc K. Thiel, Geschäftsführer der Soravia Capital. „Die Nachfrage übersteigt das Angebot. Die Wiener Bevölkerung wächst aktuell um rund 20.000 bis 25.000 Einwohner jährlich. Gleichzeitig werden lediglich 7.000 Wohneinheiten pro Jahr fertiggestellt.“ „Obwohl die Preise für Wohnimmobilien in Wien von 2009 bis 2014 im Durchschnitt um 36 Prozent gestiegen sind, bleiben Objekte in der Donaumetropole im europäischen Vergleich noch immer günstig bewertet“, erklärt Thiel. Während Investoren in München bei Kaufpreisfaktoren von bis zu 50 lediglich Mietrenditen von ein bis zwei Prozent erzielen können, sind bei Wohnimmobilien in der österreichischen Hauptstadt nach Berechnungen der Soravia Group Renditen zwischen drei bis fünf Prozent realisierbar. Die Verschiedenartigkeit und Individualität der 23 Wiener Stadtbezirke eröffnet Investoren je nach Risiko- und Sicherheitsprofil individuelle Einstiegsszenarien in unterschiedlichen Kaufpreisklassen. „Investoren suchen und schätzen in Wien die Vielfalt der Anlageoptionen im Immobiliensegment“, sagt Thiel mit Blick auf Gespräche, die er in den vergangenen Monaten mit Vorsorge- und Pensionskassen sowie mit Family Offices in Deutschland geführt hat.

Als Katalysator und gleichzeitiger Sicherheitspuffer erweist sich laut Soravia das Bevölkerungswachstum, das in Wien von 1992 bis 2012 bei 12,8 Prozent und damit über dem Münchens lag, wo die Bevölkerung um circa neun Prozent zulegte. Prognosen zufolge soll die Bevölkerung in Wien von aktuell 1,8 Millionen bereits bis 2029 auf über zwei Millionen wachsen. Nach neuesten Berechnungen wird die Zahl der Haushalte ebenfalls deutlich steigen. Bis 2015 soll es allein mehr als eine halbe Million Single-Haushalte geben. Auch die Wirtschaft entwickelt sich solide. Mittlerweile unterhalten 300 internationale Konzerne ihre Osteuropazentralen in Wien, darunter auch deutsche Größen wie Siemens, Beiersdorf und Henkel. Das Bruttoregionalprodukt macht mit mehr als 82 Mrd. Euro rund 26 Prozent des österreichischen Bruttoinlandsprodukts aus. Die jährliche Kaufkraft pro Einwohner liegt in Wien mit 22.187 Euro mehr als zehn Prozent über der Kaufkraft Berlins.

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Kommentare

H.H | 09.02.2015 15:37

Gute Aussichten für Wien --- aber sollte sich unsere derzeitige Regierung für eine Deckelungen des Mietpreises entscheiden sehe ich ein Ende der Investitionen in Wohnimmobilien gekommen - Mutmaßlich würden solche "unzeitgemäße Enteignungspläne einer Mietpreisdeckelung" wie sie von einigen Parteien in Österreich gefordert werden - zukünftige Investitionen von Anlegern in Wohnimmobilien abwürgen. Da kann man nur hoffen, dass unsere Regierung nicht durch "Investitionsfeindliche Maßnahmen im geplanten Mietrecht" den Österreichischen Markt für Investitionen in Wohnimmobilien zerstört. Die Mieter würden vermutlich zukünftig in langsam verfallenden Objekten wohnen - da die Eigentümer Investitionen und Verbesserungen an den Häusern aus verständlichen Gründen als unrentabel ansehen wenn letztendlich nicht ein kleiner Gewinn zu erzielen ist..