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Nach Schockstarre Panik in London

Investoren ziehen massiv Geld von Fonds ab

Autor: Gerhard Rodler

Die Turbulenzen am Londoner Finanzmarkt gehen nach dem Brexit-Votum offensichtlich weiter. Und es wird schlimmer. Nach einigen Tagen Schockstarre versuchen die Investoren ihre Büroimmobilien noch möglichst gut los zu bekommen. Der aktuell niedrige Pfundkurs hilft dabei etwas, allerdings will derzeit kaum ein internationaler Investor am bislang sehr teuren Londoner Büromarkt investieren, da das Leerstandsgespenst umgeht.

Mehr noch: Der absehbare rasante Preisverfall bei Büros vertreibt auch die privaten Anleger aus dieser Assetklasse. Immer mehr offene Immobilienfonds, die in Londoner Büros investiert sind, geht jetzt das Geld aus, weil zu viele Anleger ihr Geld zurück wollen.

Jetzt haben wieder drei drei offene Immobilienfonds, mit zusammen 10 Milliarden Pfund Vermögen geschlossen (zahlen also nichts mehr aus), um nicht in die Zahlungsunfähigkeit zu geraten.

Auch die Kurse der Londoner REITs geben seit Tagen stark nach - und das dürfte wohl so weiter gehen. Weil London seit Jahren schon wirklich teuer ist, könnte der jetzige Preisverfall umso dramatischer ausfallen mit negativen Auswirkungen auch auf die britischen Banken.

Übrigens sind auch die meisten großen deutschen Fonds (Union, Deka, etc) mit kleineren Investments hier vertreten. Für sie dürfte es aber eher keine Probleme geben, da diese bei ihren anderen Fonds mit dem gegenteiligen Problem (zu viel Mittelzuflüsse,zu wenig Investmentmöglichkeiten) zu kämpfen haben. Mangels Alternative werden daher nicht all zu viele Deutsche ihre Gelder abziehen.