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Neuer CA Immo-Aktionär:

Geld aus Russland via Zypern

Autor: Gerhard Rodler

Insidern zufolge hängt der doch überraschend schnell über die Bühne gegangene Verkauf der CA Immo-Aktien an einen russischen Investor mit einer Verschärfung der Kapitaltransfer-Richtlinien in Russland zusammen. Ab Jahreswechsel wird es für Russen nämlich nicht mehr so leicht möglich sein, Auslandsinvestitionen zu tätigen.

Die O1 Group des russischen Immobilieninvestors Boris Mints, die bei der CA Immo die Bank Austria als Kernaktionär ablöst, will ihre Beteiligung an der CA Immo auf 26 Prozent aufstocken, aber nicht darüber hinaus. Das sagte Dmitry Mints, Sohn des O1-Eigentümers Boris Mints, bei seiner ersten Pressekonferenz.

Die Entscheidung für eine Beteiligung an der CA Immo habe sich natürlich ergeben, erklärte Mints, denn die CA Immo mache in Zentraleuropa das Gleiche wie O1 in Moskau. Dort sei die 2004 gegründete O1 schon ein großer Player, und man habe nur durch eine Ausweitung der Geschäftstätigkeit auf andere Sektoren (etwa Retail-Immobilien) oder auf eine andere Region wachsen können.

Aktionäre der O1-Tochter O1 Properties sind unter anderem die ICT Group (26 Prozent) und Goldman Sachs International (12 Prozent).

Die auf Zypern registrierte O1 Group Ltd. übernimmt zunächst wie berichtet alle knapp 16 Millionen CA-Immo-Aktien von der Bank Austria, die dafür rund 295 Mio. Euro bekommt. Der Abschluss des Deals hängt noch von der Kartellfreigabe ab, die um den 10. November herum erwartet wird.

Danach will O1 den Aktionären der CA Immo ein freiwilliges Übernahmeangebot machen und ihre 16,35-Prozent-Beteiligung auf 26 Prozent aufstocken, aber nicht darüber hinaus. Den Aktionären wird der gleiche Stückpreis von 18,50 Euro je Aktie angeboten, den auch die Bank Austria bezahlt.

Es werde durch den neuen Kernaktionär keinen Strategiewechsel geben, sagt CA-Immo-Chef Bruno Ettenauer.