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Neuer Vorschlag zu 2/3-Regelung

Derzeitige Regelung verteuert gewidmete Grundstücke

Autor: Charles Steiner

Nach der Wien-Wahl steht die Bundeshauptstadt vor der Neukonstituierung der Stadtregierung. Das nimmt die Wiener Fachgruppe der Immobilien- und Vermögenstreuhänder zum Anlass, bestehende gesetzliche Regelungen beim Wohnbau in der neuen Legislaturperiode zu überdenken. Die seit zwei Jahren eingeführte Regelung der Stadt Wien, wonach bei Neuwidmungen ab 5.000 m² Nutzfläche zwei Drittel der Wohneinheiten gefördert sein müssen, hatte laut Wirtschaftskammer Wien nicht dazu geführt, dass mehr Flächen für leistbaren Wohnraum bereitgestellt wurden. Nun lässt Silvia Wustinger-Renezeder, Mitglied in der Fachgruppe der Immobilientreuhänder in der Wiener Wirtschaftskammer, mit einem neuen Vorschlag aufhorchen. Die aktuelle Regelung hätte einen negativen Nebeneffekt, so Wustinger-Renezeder: „Da im Falle einer Umwidmung die Preise für ein Grundstück um bis zu 50 Prozent sinken, werden umgewidmete Flächen (sog. Bauhoffnungsland) nicht mehr verkauft. Im Gegenzug steigen die Preise für bereits gewidmete Flächen.“ Sie hat eine andere Alternative parat, nämlich, dass man anstatt dessen für einen Teil der neuen Wohnungen eine zeitlich limitierte Mietpreisbegrenzung festlegen könnte. Etwa, dass 25 Prozent der entstehenden Wohnungen 20 Jahre lang mit einer Obergrenze von maximal sieben Euro/m² vermietet würden. Auch könne man Bauland über Baurecht mobilisieren, so ein weiterer Vorschlag.

Zur neu geschaffenen Widmungskategorie „Produktive Stadt“, die Wohnen und gewerbliche Sockelzonen mit Produktion, light Industrial und Logistik ermöglichen soll, formuliert Wustinger-Renezeder drei Anliegen. Nämlich die Entlastung von städtebaulichen Verträgen sowie Auflagen der Wohnbauförderung sowie Unterstützung bei gewerblichen Verfahren: „Bei Berücksichtigung dieser drei Bereiche können Projekte der “Produktiven Stadt„ auch endlich realisiert werden“, so Wustinger-Renezeder. Auch Fachgruppen-Obmann Michael Pisecky fordert anlässlich der angelaufenen Koalitionsgespräche Unterstützung für den privaten Wohnbau: „Der Beginn einer neuen Legislaturperiode des Gemeinderates wäre ein guter Zeitpunkt, Maßnahmen für mehr Wohnraum zu setzen.“