Immobilien Magazin

Neues Positionspapier der ÖGNI

Die Österreichische Gesellschaft für Nachhaltige Immobilienwirtschaft (ÖGNI) hat kürzlich ein neues Positionspapier zu dem Thema "Gebäude und Energie" veröffentlicht. Die Erkenntnisse werden schrittweise Eingang in das europäische Qualitätszertifikat DGNB finden.

Autor: Redaktion

Die ÖGNI geht in dem Papier davon aus, dass die Energieversorgung zukünftig verstärkt dezentral erfolgen wird und die Nutzer oder Eigentümer von Gebäuden nicht nur Energie verbrauchen, sondern auch erzeugen werden. Sei der Bewohner einer Immobilie früher ausschließlich Konsument gewesen, werde er nun auch zum Produzenten und versorge sich bis zu einem gewissen Grad selbst.

Diese sogenannten Prosumer würden für eine erfolgreiche Energiewende immer wichtiger. Als Prosumer nehmen Verbraucher aktiv am Energiemarkt teil. Da jedoch z.B. die Stromproduktion davon abhängt, ob die Sonne scheint oder der Wind weht, kommt es teilweise zu hohen Schwankungen im Netz. Für die Energieerzeuger und Netzbetreiber steigt die Herausforderung, die Erzeugung, Verteilung, Speicherung und den Verbrauch optimal aufeinander abzustimmen. Eine Koppelung der verschiedenen Energiearten wie Strom, Kälte und Wärme würde die Effizienz erhöhen und könnte die derzeit noch ungenügend gelöste Frage nach der Stromspeicherung lösen.

Quartiersgedanke

Im Papier wird dabei auch ein Fokus auf den Quartiersgedanken gelegt, der laut der ÖGNI auch in anderen Bereichen der Nachhaltigkeit zukunftsweisend ist. Quartiere würden bei der Frage der Energieverwendung die Wirtschaftlichkeit erhöhen und alle ökologischen Aspekte verbessern. "Energiequartiere" in Städten und Gemeinden werden, so das Papier weiter, die überregionalen Energienetze entlasten und die Gefahr eines internationalen Blackouts verringern.

"Es gibt in ganz Österreich bereits realisierte und wirtschaftlich erfolgreiche Beispiele für einen komplett neuen Ansatz in der Frage 'Gebäude und Energie'. Trotzdem braucht es Mut und Pioniergeist, Zukunftsprojekte umzusetzen.

Die wirtschaftlichen Chancen sind aber greifbar, denn Nachhaltigkeit muss sich rechnen", so Peter Engert, Geschäftsführer der ÖGNI.