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Nittner will nicht flügge werden

Kein Käufer für SIVBEG-Fliegerhorst in Graz-Thalerhof

Autor: Barbara Wallner

Die BIG-Mak­ler­to­cher SIVBEG wird ihn einfach nicht los: Die Angebots­frist für den Fliegerhorst Nittner ne­ben dem Zivilflughafen Graz-Thal­er­hof ist be­reits am 14. Juni abgelau­fen. Nach wie vor hat sich kein In­ter­essent gefun­den, der den Min­dest­preis von 10,5 Mil­lionen Eu­ro zu zah­len be­reit ge­wesen wäre. Dafür bekäme man rund 385.000 Quadratme­ter, davon ca. 225.000 Wald­fläc­he, derzeit gewidmet als militäri­scher Flugplatz, Frei­land und Wald. Die nahe­liegen­de Fra­ge ist: Ist die Lie­genschaft schlicht zu teuer? Bei der SIVBEG möch­te man – eben­falls nahe­liegend – die­se Frage nicht allzu schnell be­antwor­ten: „Es wer­den aktuell Ge­spräc­he mit jenen Inves­to­ren geführt, die im Vorfeld In­ter­esse an der Liegenschaft gezeigt hat­ten und die Grün­de erfragt, wa­rum kein Angebot gelegt wurde.“, erklärt Eli­sabe­th Kleedorfer, ver­antwortlich für die Konzernkommunikati­on der SIVBEG. Auch sei man in der Preis­gestal­tung auf­grund gesetz­li­cher Vor­ga­ben nach un­ten hin we­nig flexibel. „Es ist der gesetzli­che Auf­trag der SIVBEG die Lie­genschaf­ten, für die sie ei­nen Verwer­tungs­auf­trag hat, zum höchstmögli­chen Preis zu verkau­fen. Ein un­abhängi­ger gerichtlich zertifizier­ter Sachverständi­ger bewertet die jeweilige Lie­genschaft. Auf Basis de­s­sen setzt ei­ne in­terne Kommissi­on – be­stehend aus Vertretern des Ei­gentü­mers, der Fi­nanzprokuratur und des Fi­nanzmi­nisteriums – den Min­destkauf­preis fest. Dar­un­ter wird nicht verkauft.“ Un­ter Umstän­den kann die SIVBEG mit der jeweiligen Stand­ortgemein­de in Direktverhandlun­gen tre­ten, nämlich dann, wenn „öff­entli­ches In­ter­esse“ nach­gewiesen wer­den kann – etwa bei Schul- oder Spitals­projek­ten. Rabatt gibt es allerdings auch hier nicht – der Min­destkauf­preis bleibt be­stehen.

Doch was pas­siert, wenn sich einfach kein Käufer findet? Ei­nen be­stimm­ten Plan für dieses „Worst-Case-Sze­nario“ gibt es (noch) nicht: „Ge­nerell befindet sich die Lie­genschaft dann zu diesem Preis am Markt. Wer ihn bietet, erhält den Zuschlag. Aber es gibt in diesem Fall kei­nen vor­gegebe­nen Ab­lauf. Un­ter be­stimm­ten Bedingun­gen, die ei­ne Ände­rung des Marktes implizie­ren, wird neu bewertet und aus­ge­schrie­ben. In der Regel vergehen bei ei­nem sol­chen Vor­gehen min­des­tens ein bis zwei Jah­re.“, so Kleedorfer. Es bleibt also abzuwar­ten, ob – und wann – Nittner nun doch flügge wird.