Immobilien Magazin

No Deal beeindruckt Märkte noch nicht

Am Dienstag soll der (wackelnde) Deal zwischen EU und Großbritannien bezüglich des Brexit im britischen Parlament beschlossen werden. Die Wahrscheinlichkeit für eine Mehrheit ist gering - die Immobilienmärkte sehen den EU-Austritt aber noch gelassen.

Autor: Charles Steiner

Viel Zeit bleibt nicht mehr. Am 29. März wird Großbritannien die EU verlassen, am Dienstag steht das Abkommen zwischen EU und Großbritannien zur Abstimmung. Es ist äußerst unwahrscheinlich, dass Theresa Mays Brexit-Deal mit der Europäischen Union eine Mehrheit findet, das No-Deal-Szenario wird damit immer wahrscheinlicher. Denn bis 21. Jänner muss May noch einen Plan B vorlegen, wenn ihr Deal bei den Abgeordneten durchfällt. Was ziemlich sicher passieren wird.

Interessant allerdings ist die Tatsache, dass die Immobilienmärkte bislang in noch keine panikartigen Zustände versetzt wurden. Weder die Ankündigung mehrerer Banken, nach Kontinentaleuropa zu wechseln noch eine eben veröffentlichte Hochrechnung von E&Y, wonach 900 Milliarden Euro vom Finanzplatz Großbritannien in die EU verschoben werden dürfte, hat keine Panik aufkommen lassen. In einem aktuellen Bericht des Immobiliendienstleisters CBRE rechnet man zwar mit einer 40-prozentigen Wahrscheinlichkeit, dass es kein Austrittsabkommen geben wird und auch das Beschäftigungswachstum heuer geringer ausfallen wird als noch im Vorjahr - aber der Investmentmarkt bleibt robust. CBRE geht für das heurige Jahr von einem Investmentvolumen von etwa 65 Milliarden britische Pfund (71,2 Milliarden Euro) und von einer Gesamtrendite von knapp unter drei Prozent aus. Ein Preisverfall ist also nicht in Sicht.

Allerdings ist die Preisdynamik für Eigenheime in London stark abgekühlt. Laut dem Hypothekenfinanzierer Halifax hätten die Häuserpreise gegen Ende 2018 stark an Fahrt verloren und legten zwischen September und November verglichen mit dem Zeitraum 2017 nur mehr um 0,3 Prozent zu. Der niedrigste Wert seit sechs Jahren übrigens. Lediglich die Wohnungsknappheit würde dafür sorgen, dass die Preise nicht ins Trudeln geraten.

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Kommentare

Wolfglas | 11.01.2019 09:40

Weder, ......  dürfte, hat keine Panik aufkommen lassen.  Richig: hat Panik aufkommen lassen.