immoflash

Wenig Firesales bei Hotels

Investmentumsatz aber um mehr als die Hälfte eingegangen

Autor: Charles Steiner

Neben dem Einzelhandel ist die Hotellerie wohl jenes Segment, das die Coronakrise am meisten zu spüren bekommen hat - und vor allem immer noch spürt. Das hat Investoren wesentlich zurückhaltender bei der Akquise werden lassen, laut einer aktuellen Analyse von BNP Paribas Real Estate sei allein in Deutschland das Transaktionsvolumen mit knapp 2,2 Milliarden Euro um mehr als die Hälfte auf das niedrigste Ergebnis seit sieben Jahren eingebrochen. Die deutschen A-Standorte erreichten 2020 ein Investmentvolumen von gut 1,3 Mrd. Euro, womit der Vorjahreswert um fast 60 Prozent verfehlt wird. Allerdings: Die Anzahl der Firesales, also Notverkäufen, hielt sich bislang stark in Grenzen.

Alexander Trobitz, Geschäftsführer und Head of Hotel Services der BNP Paribas Real Estate erklärt, dass gut die Hälfte des Gesamtumsatz im coronafreien Halbjahr 2020 entfallen sind, während die restlichen drei Quartale nur mehr 1,06 Milliarden Euro vom Gesamtvolumen beizusteuern vermochten. Allerdings werden weiterhin überwiegend Core- und Core-plus-Objekte mit relativ hohen Bewertungen veräußert, während klassische „Fire Sales“ die Ausnahme bleiben. Zudem setzt sich der Trend fort, dass Hotels vermehrt im Rahmen von Mixed-Use-Objekten verkauft werden.

Immobilien AGs/REITs und Spezialfonds liefern sich als Investoren mit 22 bzw. 21 Prozent Umsatzanteil ein Kopf-an-Kopf-Rennen, wohingegen sich Investment/Asset Manager mit gut 11 Prozent auf dem dritten Rang wiederfinden. Auch Privatanleger (9 Prozent), Versicherungen (gut 8 Prozent) und Projektentwickler (8 Prozent) erreichen nennenswerte Marktanteile. Während im ersten Halbjahr fast die Hälfte des Gesamtvolumens im Rahmen von Portfoliotransaktionen umgesetzt wurde, entfällt das Resultat im dritten und vierten Quartal fast ausschließlich auf Einzeldeals. Während Forward Deals (also Objekte im Bau oder in einer sehr frühen Projektphase) in den vergangenen Jahren mit rund einem Drittel einen großen Anteil am Umsatz ausmachten, wird sich dieser aufgrund einer deutlich abnehmenden Hotelpipeline künftig spürbar verringern. Für das heurige Jahr geht Trobitz von einer Entspannung der Investmentsituation aus: „Während die Käufer auf mögliche Abschläge bei den Kaufpreisen warteten, um das Risiko eingepreist zu wissen, sind die Verkäufer erst langsam dazu bereit, Preisabschläge zu akzeptieren. Daher gehen wir von einem Anziehen der Investitionstätigkeit in diesem Jahr aus.“